Das Anthropozän. Zum Stand der Dinge

Das Anthropozän. Zum Stand der Dinge

Das Anthropozän. Zum Stand der Dinge

Herausgeber: Jürgen Renn und Bernd Scherer
Mit Texten von Jane Bennett, Dipesh Chakrabarty, Paul Edwards, Rüdiger Kruse, Armin, Linke, Anne Peters, Jürgen Renn, Bernd Scherer, Peter Sloterdijk, Benjamin Steininger, Davor Vidas, Jan Willmroth, Jan Zalasiewicz
260 Seiten, Deutsch
Verlag: Matthes & Seitz Berlin, 2015
ISBN DE: 978-3957571533
Preis: 24,90 €

Erhältlich im Shop des Hauses der Kulturen der Welt, im Buchhandel und online bei Matthes & Seitz Berlin

„It is a world of our making, but not of our choice.“
Georges Monbiot

Mit dem Anthropozän, dem „Zeitalter des Menschen“, sind wir an einem Tipping Point angekommen. Er besteht nicht allein darin, dass der Klimawandel einen Punkt erreicht hat, der selbstverstärkend wirkt, oder die „natürlichen“ Ressourcen dramatisch zur Neige gehen: Wenn das, was wir bisher als Natur verstanden haben, von Menschen gemacht ist, funktionieren Dualismen wie Natur/Kultur oder Subjekt/Objekt nicht mehr in ihrer althergebrachten Funktion. Die untrennbare Verkettung von industriellem Stoffwechsel, Klimawandel, Verstädterung, Bodenerosion und Artensterben, aber auch ein neues gesellschaftliches (Selbst-)Bewusstsein, haben gezeigt: Die rasante Neuformation von Ursache und Wirkung, Mittel und Zweck, Quantität und Qualität erfordert eine neue Erschließung von Welt, die nicht auf postmoderne Diskurse, sondern materielle Prozesse abzielt. Ein neues Staunen über das Wunder Erde ist gefragt: Was können wir tun, wie können wir wissen – und inwiefern hängt beides zusammen? Mit welchen Mitteln, Methoden und Sinnen können wir der von uns selbst geschaffenen Welt begegnen? Das Anthropozän ist Verantwortung wie Chance: Der Mensch entscheidet, doch er kann dies nur tun, wenn Wissen und Handeln aufeinander bezogen bleiben.

Die Beiträge reichen von einem Rückblick auf die Erfindung der Schrift im 4. Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung über die entscheidende kulturgeschichtliche Schwelle der Neuzeit, als der Mensch aus seiner Rolle als integraler Bestandteil des Naturkreislaufs heraustrat, bis hin zu den gegenwärtigen Diversifizierungen des Anthropozäns: sei es die Kluft zwischen globalem Charakter und regionalem Anspruch, seien es Fallstudien wie die zum Internationalen Seerecht, sei es die Ökonomisierung der Natur als Kapital, sei es die Frage nach dem Recht der Tiere als Personen.

Die Herausgeber

Jürgen Renn ist Direktor des Max-Planck-Instituts für Wissenschaftsgeschichte und Honorarprofessor für Wissenschaftsgeschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin und der Freien Universität Berlin.

Bernd Scherer ist Intendant des Hauses der Kulturen der Welt und Honorarprofessor am Institut für Europäische Ethnologie der Humboldt-Universität zu Berlin.