Beitragende

Inke Arns ist Direktorin des Hartware MedienKunstVerein (HMKV) in Dortmund sowie Kuratorin und Autorin mit den Schwerpunkten Medienkunst und -theorie, Netzkulturen und Osteuropa. 2004 promovierte sie an der Humboldt-Universität Berlin zum Paradigmenwechsel der Rezeption der historischen Avantgarde und des Utopie-Begriffs in (medien-)künstlerischen Projekten der 1980er und 1990er Jahre in Ex-Jugoslawien und Russland. Sie kuratiert(e) viele Ausstellungen, zuletzt u. a. alien matter zur transmediale 2017. Zu Ihren Publikationen zählen u. a.: Neue Slowenische Kunst (NSK) (2002) und Objects in the mirror may be closer than they appear! Die Avantgarde im Rückspiegel (2004).

Robert Bird ist Professor für Slawische Sprachen und Literaturen sowie Film- und Medienwissenschaften an der University of Chicago. Sein wichtigstes Forschungsgebiet ist die ästhetische Praxis und Theorie der russischen bzw. sowjetischen Moderne, insbesondere im Bereich des Films und der Videokunst. Zurzeit arbeitet er an dem Buch Soul Machine: How Soviet Film Modeled Socialism. Bird ist Ko-Kurator der Ausstellung Revolution Every Day (September 2017) zur sowjetischen Druckgrafik und Filmkunst am Smart Museum of Art der University of Chicago. Sein Folgeprojekt Revolutionology widmet sich der Revolution des Denkens in einem breiten Spektrum von Medien, Räumen und geschichtlichen Momenten.

Maria Chehonadskih ist Philosophin und Kritikerin. Sie hat einen PhD der Philosophie vom Centre for Research in Modern European Philosophy, Kingston University, London. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit stehen sowjetische Epistemologien in marxistischer Philosophie, Literatur und Kunst. Ihre Texte zur sowjetischen Philosophie, Kunsttheorie und postsowjetischen Politik erscheinen in Zeitschriften wie Radical Philosophy, South Atlantic Quarterly, Moscow Art Magazine und Alfabeta2. Gemeinsam mit Ilya Budraitskis hat sie 2014 am Garage Museum of Contemporary Art in Moskau die Ausstellung Shadow of a Doubt zum Problem der Verschwörung kuratiert. Chehonadskih lebt in London und Moskau.

Anselm Franke lebt als Kurator und Autor in Berlin. Er ist Leiter des Bereichs Bildende Kunst und Film des Haus der Kulturen der Welt. Als Co-Kurator verwirklichte er dort Projekte wie Nervöse Systeme (2016), Ape Culture (2015), Forensis (2014), Anthropozän (2013-2014), The Whole Earth und After Year Zero (beide 2013). 2012 kuratierte er mit anderen zusammen die Taipei Bienniale. Frankes Ausstellungsprojekt Animismus wurde zwischen 2010 und 2014 in zahlreiche Kollaborationen in Antwerpen, Bern, Wien, Berlin, New York, Shenzhen, Seoul und Beirut präsentiert. Vor seiner Tätigkeit im HKW wirkte Anselm Franke als Kurator im KW Berlin und als Direktor der Extra City Kunsthal, Antwerpen. Seinen Doktor schloss er am Goldsmiths, University of London ab.

Boris Groys ist Philosoph, Essayist und Medientheoretiker. Nach Lehrtätigkeiten in Philadelphia, Münster und Los Angeles war er Professor für Kunstgeschichte, Philosophie und Medientheorie an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe. Seit 2009 ist er außerdem Professor der Russistik und Slawistik an der New York University. Er hat umfangreich zur Kunst der russischen Avantgarde publiziert und 2003/04 die Ausstellung Traumfabrik Kommunismus an der Schirn Kunsthalle in Frankfurt ko-kuratiert. 2005 veröffentlichte er gemeinsam mit Michael Hagemeister den Band Die neue Menschheit, der die wichtigsten Texte russischer Kosmist*innen in deutscher Sprache verfügbar macht.

Michael Hagemeister ist Historiker und Slawist. Er promovierte mit einer Arbeit über den russischen Philosophen Nikolaj Fedorov und verfasste zahlreiche Publikationen zur russischen Philosophie und Geistesgeschichte, zum utopischen und apokalyptischen Denken in Russland sowie zu den Protokollen der Weisen von Zion. Gemeinsam mit Boris Groys gab er den Band Die Neue Menschheit (2005) heraus. Nach Forschungs- und Lehrtätigkeit an zahlreichen Universitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz arbeitet er derzeit am Lehrstuhl für osteuropäische Geschichte an der Ruhr-Universität Bochum über das antimoderne und antiwestliche Denken in Russland

Jörg Heiser ist Geschäftsführender Direktor des Instituts Kunst im Kontext an der Universität der Künste in Berlin. Von 1998 bis 2003 war er Redakteur, von 2003 bis 2016 Co-Chefredakteur der internationalen Kunstzeitschrift frieze, sowie von 2011-16 Herausgeber von frieze d/e. Er schreibt seit 1997 Kunstkritiken für die Süddeutsche Zeitung. Zuletzt erschien Doppelleben Kunst und Popmusik (2016).

Alexei Penzin hat einen PhD des Instituts für Philosophie der Russischen Akademie der Wissenschaften in Moskau, wo er als wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig ist. Außerdem lehrt er an der University of Wolverhampton, Großbritannien. Penzin gehört dem Kollektiv Chto Delat (What is to be done?) an. Seine Texte erscheinen in Zeitschriften wie Rethinking Marxism, Mediations, South Atlantic Quarterly und Manifesta. Er ist Mitherausgeber der 2017 erschienenen englischen Übersetzung des Buchs Kunst und Produktion von Boris Arvatov, einem der wichtigsten Theoretiker der sowjetischen Avantgarde. Zurzeit arbeitet er an dem Buch Against the Continuum: Sleep and Subjectivity in Capitalist Modernity (erscheint demnächst bei Bloomsbury Academic).

Hito Steyerl arbeitet als Künstlerin und Filmemacherin mit Mitteln des essayistischen Dokumentarfilms. Sie ist Professorin im Bereich Multimedia an der Universität der Künste, Berlin. Themen ihrer Arbeit sind die Globalisierung sowie feministische und postkoloniale Fragen, wobei sie meist bei der Produktion und Zirkulation von Bildern ansetzt. Neben ihrer intensiven Vortragstätigkeit hat sie einflussreiche Texte publiziert und war auf zahlreichen Ausstellungen und Biennalen vertreten. Ihre Arbeiten wurden u. a. auf der 32. São Paulo Biennale (2016), der 9. Berlin Biennale (2016), im Deutschen Pavillon der 56. Biennale von Venedig (2015) und auf der documenta 12 (2007) gezeigt.

Anton Vidokle ist Künstler und Herausgeber des Online-Journals e-flux. Er kam in Moskau zur Welt und lebt in New York und Berlin. Vidokles Arbeiten wurden in vielen Ländern gezeigt, unter anderem auf der documenta 13 und der 56. Kunstbiennale von Venedig. Seine Filme waren beim Bergen Assembly, auf der Shanghai Biennale, im Forum Expanded der 65. und 66. Berlinale, auf der Gwangju Biennale, am Centre Pompidou, in der Tate Modern, am Moskauer Garage Museum, auf der Istanbul Biennale und an weiteren Orten zu sehen.

Arseny Zhilyaev lebt und arbeitet als Künstler in Moskau. In neueren Arbeiten untersucht er das Erbe der sowjetischen Museologie und das Museum im Russischen Kosmismus. Er veröffentlicht Beiträge u. a. im e-flux journal. Seine Arbeiten wurden u. a. bei der Liverpool Biennale und der Triennale Ljubljana gezeigt sowie bei Ausstellungen im Centre Pompidou und im Palais de Tokyo, Paris, bei De Appel, Amsterdam; Kadist Art Foundation, Paris und San Francisco sowie in der V-A-C Foundation, Moskau.