Di, 14. November 2017

Herta Müller und Marcel Beyer – SPRACHE

Herta Müller © Stephanie von Becker, Marcel Beyer © Aya Schamoni

Herta Müller © Stephanie von Becker, Marcel Beyer © Aya Schamoni

Ist Sprache die letzte Freiheit der Unterdrückten und birgt sie die Möglichkeit des Widerstands? Oder ist sie vielmehr Ausdruck von Macht, die mit sprachlichen Mitteln der Bürokratie und durch Zuschreibungen, Anordnungen und Kategorisierungen Andersdenkende zum Verstummen bringt? Sprache vermag beides: Emanzipation und Handlungsfreiheit einerseits und subtile Machtausübung und Gewaltherrschaft andererseits.

Im Wörterbuch der Gegenwart #8 sprechen die Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller und der Georg-Büchner-Preisträger Marcel Beyer über literarische Facetten der Sprache und analysieren ihre Bedeutung in Zeiten politisch verhärteter Fronten.

Das Gespräch wird moderiert von der Literaturkritikerin und Autorin Verena Auffermann. Die dialogische Auseinandersetzung beinhaltet Auszüge aus dem Werk von Oskar Pastior, Friederike Mayröcker, Michel Leiris, Georges-Arthur Goldschmidt (im Dialog mit Hans-Jürgen Heinrichs) sowie der beiden Beitragenden.

Der Schriftsteller und Kurator Marcel Beyer lebt in Dresden. Er schreibt Gedichte, Romane, Essays und Libretti. Zuletzt erschienen der Gedichtband Graphit (2014), die Essaysammlung Sie nannten es Sprache (2016) und Das blindgeweinte Jahrhundert. Bild und Ton (2017). Herta Müller wurde in Nitzkydorf/Rumänien geboren und lebt seit 1987 als Schriftstellerin in Berlin. Ihr Erstlingswerk Niederungen wurde 1982 in Rumänien nur in zensierter Fassung veröffentlicht, 1984 schien eine gekürzte Fassung in Deutschland. Weitere Romane von ihr sind u.a. Herztier (1994) und Atemschaukel von 2009.