Do, 13. März 2008 — So, 18. Mai 2008

Re-Imagining Asia - Ausstellung

Michael Joo | Photo: Tom Powel Imaging | Bodhi Obfuscatus (Space-Baby) | Commissioned by Asia Society Museum, New York

Michael Joo | Photo: Tom Powel Imaging | Bodhi Obfuscatus (Space-Baby) | Commissioned by Asia Society Museum, New York

Der Kontinent jenseits des Bosporus ist seit jeher eine schier unerschöpfliche Bilderquelle und Projektionsfläche. Lange Zeit galt aber nur der westliche Blick auf den mehr oder weniger fernen Osten. Wie lässt sich Asien anders sehen?

Heute ist in Asien kulturell Aufbruch angesagt: Von Bahrein bis Beijing entstehen neue Museen und Kunstbiennalen, um asiatische Kunst ist ein regelrechter Hype entfacht. „Re-Imagining Asia“ untersucht, welche neuen Bilder Asiens in der zeitgenössischen Kunst erscheinen.

Nicht die Herkunft der Künstler ist für „Re-Imagining Asia“ relevant, sondern einzig deren Fokus auf Asien als Imaginationsraum. Das Spektrum reicht von chinesischen Künstlern wie Zhang Dali über den in Buenos Aires geborenen, in New York arbeitenden Thailänder Rirkrit Tiravanija bis zum Mexikaner Gabriel Orozco und den Deutschen Andreas Gursky und Johannes Kahrs. Ob Börsenparkett in Kuwait, Straßenszenen in Megacitys, Pop-Anleihen aus der Comic-Welt oder unheimliche Modelle des Tiananmen-Platzes: Die ausgewählten Arbeiten der 23 Künstler entwickeln neue, heterogene Vorstellungswelten, in denen die Gegensätze lokal : global, traditionell : modern überwunden werden.

Installationen, Objekte und Fotografie bilden den Schwerpunkt der Ausstellung. Motive und Materialien greifen auf Traditionen zurück – künstlerische Strategien sind absolut zeitgenössisch. Die Künstler befragen die Geschichte ihrer Gesellschaften, beschwören Liebe und Leiden, äußern ihr Unbehagen am System, spielen mit überlieferten Formen und neuen Medien. Ironie und Inbrunst gehen Hand in Hand, Zeitgenössisches und Traditionelles werden neu verknüpft: In diesen Zwischenräumen der Imagination findet „Re-Imagining Asia“ seine Perspektiven.

In situ
Im Foyer des Hauses baut der chinesische Künstler Song Dong ein Archiv vergangener Überlebensstrategien auf. Seine Installation „Waste Not“ (Öffentlicher Aufbau 28.2.-13.3.) ist eine ausufernde Aufbereitung all der Gegenstände, die seine Mutter im Laufe ihres Lebens in der Volksrepublik China angesammelt hat. Die Koreanerin Sun K. Kwak geht mit einer Auftragsarbeit auf die transparente Architektur des Hauses ein. Und in den Gärten rund um das Haus der Kulturen der Welt finden im April Performances statt: Mai Yamashita und Naoto Kobayashi setzen sich mit Unendlichkeit auseinander, OIO (Erika Matsunami und Antonis Anissegos) präsentieren eine Soundinstallation , Megumi Fukuda lässt mit „Eternal Garden“ Kunsttulpen sprießen.

Die Kuratoren: Wu Hung und Shaheen Merali
Re-Imagining Asia ist das vierte gemeinsame Projekt der Kuratoren Wu Hung, Professor am Center for the Art of East Asia in Chicago, und Shaheen Merali, Bereichsleiter im Haus der Kulturen der Welt. Das Kuratorenteam hat gemeinsam die gefeierten Ausstellungen „Über Schönheit“ (2005) und „China – Zwischen Vergangenheit und Zukunft“ (2006) am Haus der Kulturen der Welt in Berlin sowie eine Sektion der Gwangju Biennale 2006 in Südkorea verantwortet.

Aus ihrem Curatorial Statement: „Kulturbetrieb ist heute umfassend globalisiert. Allerdings verliert die Kunst in der internationalen Ausstellungspraxis oftmals an Kontur, ohne Kontext wird sie entpolitisiert. Lässt sich asiatische Kunst rekontextualisieren? An welche Bildsprachen und Traditionen knüpft asiatische Kunst an?“

Mit Werken von:
Chiho Aoshima, Japan I Parastou Forouhar, Iran, lebt in Deutschland I Subodh Gupta, Indien I Andreas Gursky, Deutschland I Ikeda Manabu, Japan I Michael Joo, USA I Johannes Kahrs, Deutschland I Bharti Kher, Großbritannien, lebt in Neu Delhi I Kim Jongku, Korea I Kimsooja, Korea, lebt in New York I Sun K. Kwak, Korea, lebt in New York I Dinh Q. Lê, Vietnam, lebt in Los Angeles und Ho-Chi-Minh-Stadt I Miao Xiaochun, China I Ujino Muneteru, Japan I Gabriel Orozco, Mexiko, lebt in Paris, New York und Mexico City I Rashid Rana, Pakistan I Ki-bong Rhee, Korea I Takako Saito, Japan, lebt in Düsseldorf I Shen Shaomin, China, lebt in Sydney und Beijing I Shi Jinsong, China I Song Dong, China I Rirkrit Tiravanija, Thailand, lebt in Bangkok, Berlin und New York I Zhang Dali, China

Filme in der Resource Area
Di - So und feiertags 12-20 h mehr...

Ausstellung, Filmreihe, Konferenz, Offenes Haus und der Katalog werden gefördert durch Hauptstadtkulturfonds und Bayer