Teilnehmer „Zehn Jahre 9/11“

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Leila Ahmed, Victor S. Thomas Professor of Divinity at Harvard Divinity School, wurde 1999 als erste Professorin für den Fachbereich „Women's Studies in Religion“ an die Harvard Divinity School berufen. Zuvor leitete sie als Professorin die Programme „Women's Studies“ und „Near Eastern Studies“ an der University of Massachusetts-Amherst. 1992 erschien Ahmeds wegweisendes Werk Women and Gender in Islam: Historical Roots of a Modern Debate, das historische und aktuelle Geschlechterdebatten in der arabischen Welt aufgreift. Gegenwärtig konzentriert sie sich in ihrer Forschung auf die Thematik des Islam in Amerika, verbunden mit der Geschlechterthematik und der Wahrnehmung muslimischer Frauen. In ihrem 1999 erschienenen und viel beachteten Buch A Border Passage, berichtet Ahmed von ihrer Kindheit und Jugend in Ägypten und ihrem Leben als Immigrantin in den USA. Ihr neuestes Buch, A Quiet Revolution. The Veil’s Resurgence, from the Middle East to America ist 2011 in der Yale University Press erschienen.

Manan Ahmed ist Juniorprofessor für die Geschichte des islamischen Südasiens an der Berlin Graduate School Muslim Cultures (Freie Universität Berlin). Sein Forschungsinteresse konzentriert sich auf Fragen der Historiographie und der Erinnerungspolitik hinsichtlich der Ankunft und Verortung des Islams in Südasien. Seine Spezialisierung umfasst die frühen islamischen Eroberungen, das mittelalterliche Südasien, den Islam in Südasien, Pakistan sowie die „Digital Humanities". Ahmed promovierte 2008 an der University of Chicago. Er ist zudem Mitglied der wissenschaftlichen Projektleitung von „Zukunftsphilologie: Revisiting the Canons of Textual Scholarship", einem Projekt am Forum Transregionale Studien. Derzeit bereitet Manan Ahmed sein Buchmanuskript The Many Histories of Muhammad b. Qasim: Narrating the Muslim Conquest of Sindh für die Veröffentlichung vor. Er hat zahlreiche Essays. Kommentare und Rezensionen zu politischen und wissenschaftlichen Fragen in amerikanischen und südasiatischen Zeitungen und Zeitschriften veröffentlicht. Manan Ahmed bloggt unter dem Namen „Sepoy“. Eine Sammlung mit Essays und Kommentaren von seinem Blog „Chapati Mystery“ wurde soeben unter dem Titel Where the Wild Frontiers Are: Pakistan and the American Imagination veröffentlicht.

Sinan Antoon ist Dichter, Romanautor, Übersetzer und Assistenzprofessor an der New York University. Er promovierte 2006 in Arabistik und Islamwissenschaften an der Harvard University. 2008/09 war er Fellow des Berliner Forschungsprogramms „Europa im Nahen Osten – Der Nahe Osten in Europa“. Seine Texte (auf Arabisch und Englisch) sind in as-Safir, al-Akhbar, al-Adab, Masharef, im Journal of Palestine Studies, in The Nation, al-Ahram Weekly, and The New York Times erschienen. Er ist Mitglied des Redaktionsausschusses des Middle East Report sowie Mitbegründer und Kulturredakteur des Internet-Magazins Jadaliyya (Dialektik). Er hat zwei Gedichtbände auf Arabisch und zwei Romane veröffentlicht – ersterer l’jaam (Beirut 2003) wurde in fünf Sprachen übersetzt, u.a. im Jahr 2009 auf Deutsch (Irakische Rhapsodie). Antoon ist Ko-Produzent und Ko-Regisseur des Dokumentarfilms About Baghdad (2004). Seine Übersetzung von Mahmoud Darwishs In the Presence of Absence wurde 2011 veröffentlicht.

Fadi A. Bardawil studierte Soziologie an der American University in Beirut und promovierte in Anthropologie an der Columbia University. Er ist derzeit Fellow von „Europa im Nahen Osten – Der Nahe Osten in Europa“, einem gemeinsamen Forschungsprogramm der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, der Fritz Thyssen Stiftung und dem Wissenschaftskolleg zu Berlin. Er arbeitet an einer Monographie, die auf seiner Dissertation When All that is Revolution Melts into Air: The Disenchantment of Leftist Levantine Intellectuals aufbaut. In dieser Studie untersucht Fadi Bardawil den Zusammenbruch marxistischen Denkens und marxistischer Praxis in der Levante anhand des intellektuellen und politischen Werdegangs einer (um 1940 geborenen) Generation prominenter Intellektueller. Die Arbeit erforscht die ideologischen Veränderungen in der Region, das vieldiskutierte Verhältnis von Intellektuellen gegenüber politischer Militanz und die wechselnden Verschränkungen großstädtischer westlicher Gebiete kultureller Produktion mit dezentral gelegenen arabischen Gebieten. Seine jüngste Publikation ist der Essay Sunken Mythologies (Jadaliyya, 2011), in dem er sich gegen kulturalistische Begründungen wendet, die die inhärenten „Probleme“ der arabischen Welt auf „Kultur“ und „Religion“ zurückführen.

Sawsan Chebli hat an der Freien Universität in Berlin Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt „Internationale Beziehungen“ studiert und arbeitete sechs Jahre im Deutschen Bundestag als wissenschaftliche Mitarbeiterin. Seit 2007 ist Sawsan Chebli Mitglied im Körber Netzwerk Außenpolitik der Körber Stiftung. Im Jahr 2009 wurde sie als Associate Fellow in die Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik aufgenommen. Sawsan Chebli ist Mitbegründerin der Deutsch-Arabischen Freundschaftsgesellschaft und zurzeit als Grundsatzreferentin für interkulturelle Angelegenheiten in der Senatsverwaltung für Inneres und Sport in Berlin tätig.

James Der Derian ist Professor für Internationale Beziehungen am Watson Institute der Brown University Providence und forscht insbesondere zur Wirkung von Technologie, Medien und Terrorismus auf die globale Sicherheit. Er leitet die von der Carnegie Stiftung in New York finanzierte Forschungsinitiative „Global Engagement through Innovative Media“. Sein Buch Virtuous War: Mapping the Military-Industrial-Media-Entertainment Network erschien 2009 in einer aktualisierten zweiten Auflage. Im selben Jahr publizierte er das Buch Critical Practices in International Theory. Der Derian hat verschiedene Dokumentarfilme gedreht, darunter After 9/11 (2003) und Human Terrain (2010). Als diesjähriger Fellow der American Academy in Berlin erforscht Der Derian u. a. die Anstrengungen des amerikanischen Militärs, Akademiker in die strategische Kriegsführung insbesondere im Irak und in Afghanistan einzubeziehen. Erst kürzlich wurde er von der American Academy mit dem Bosch Berlin Preis für Public Policy ausgezeichnet.

Detlev Ganten ist Vorsitzender des Stiftungsrats der Stiftung Charité Berlin. Er studierte Medizin in Würzburg, Montpellier und Tübingen Medizin und forschte mehrere Jahre in Montreal (Kanada). Es folgten Habilitation und Professur in Heidelberg. 1991 bis 2004 baute er als Gründungsdirektor das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) in Berlin-Buch auf. Von 2004 bis 2008 war er Vorstandsvorsitzender der Charité-Universitätsmedizin Berlin, ein aus der Fusion von Kliniken der Humboldt-Universität und der Freien Universität entstandenes staatliches medizinisches Großunternehmen. Für seine Arbeit erhielt er zahlreiche Ehrungen im In- und Ausland. Er ist Mitglied in verschiedenen deutschen und internationalen wissenschaftlichen Gesellschaften und Akademien.

Luca Giuliani ist seit 2007 Rektor des Wissenschaftskollegs zu Berlin und Professor für Klassische Archäologie an der Humboldt-Universität zu Berlin. Bevor er die Leitung des Wissenschaftskollegs übernahm, war er dort zweimal Fellow und Mitglied im wissenschaftlichen Beirat. Nach langjähriger Tätigkeit an den Staatlichen Museen zu Berlin wechselte er an die Universität und unterrichtete in Freiburg, Heidelberg, München und Paris. 2010 wurde Giuliani mit dem Sigmund Freud Preis für wissenschaftliche Prosa ausgezeichnet. Er publizierte das Buch Bild und Mythos: Zur Bilderzählung in der griechischen Kunst (2003). Zuletzt erschien von ihm Ein Geschenk für den Kaiser. Das Geheimnis des Großen Kameo (2009).

Ibrahim Helal leitete von Juli 2001 bis April 2004 die Nachrichtenredaktion des arabischen Nachrichtensenders Al Jazeera und zeichnete verantwortlich für die Berichterstattung über 9/11 und die Kriegseinsätze in Afghanistan und Irak. Im Anschluss verantwortete Helal für zwei Jahre bei der BBC ein Trainingsprogramm für Journalisten und Medienorganisationen aus dem Nahen Osten. Von 2006 bis 2010 war er stellvertretender Direktor der englischsprachigen Sektion von Al Jazeera und leitet seit 2010 die redaktionelle Entwicklung von Al Jazeera Network in Doha, Katar.

Tom Holert lehrt und forscht zum Thema Kunst als Wissensproduktion als Professor an der Akademie der bildenden Künste in Wien. Der Kunsthistoriker und Publizist lebt nach seinem Studium der Kunstgeschichte, Neueren deutschen Literaturwissenschaften und Philosophie in Wien und Berlin. Er war Redakteur von Texte zur Kunst (Köln), Mitherausgeber des Magazins Spex und gründete 2000 mit Mark Terkessidis das Institute for Studies in Visual Culture (isvc). Zu seinen letzten Buchveröffentlichungen zählen Regieren im Bildraum (2008) und Das Erziehungsbild. Zur visuellen Kultur des Pädagogischen (Hg. mit Marion von Osten, 2010).

Andrian Kreye ist einer der beiden Leiter des Feuilletons der Süddeutschen Zeitung und Autor mehrerer Bücher. Von 1988 bis 2006 lebte er in New York und berichtete von dort sechs Jahre lang als Korrespondent der Süddeutschen Zeitung. Seine Auslandseinsätze führten ihn auch nach Lateinamerika, Asien, Afrika und in den Nahen Osten.

Cristina Nord ist Filmredakteurin im Kulturressort der tageszeitung, Berlin, und schreibt außerdem für Der Standard, Cargo, Kolik Film und andere Medien. Nord lehrt Filmkritik an der Freien Universität Berlin. Für den WDR realisierte sie mehrere Sendungen des Filmtips, so u.a. zu Brokeback Mountain (2006) und Yella (2007). 2005 erhielt sie den Preis für Visuelle Filmkritik des Bundesverbandes Kamera und der Fachzeitschrift Film & TV Kameramann.

Thomas Risse ist Professor für internationale Politik und Direktor der Arbeitsstelle Transnationale Beziehungen, Außen- und Sicherheitspolitik am Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft der Freien Universität Berlin und Sprecher des Sonderforschungsbereichs der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) „Governance in Räumen begrenzter Staatlichkeit“. Seine Forschungsinteressen umfassen u. a. Theorien der Internationalen Beziehungen und Probleme transnationalen Regierens und des Regierens in Räumen begrenzter Staatlichkeit.

Bernd M. Scherer, Intendant des Hauses der Kulturen der Welt, Philosoph und Autor zahlreicher Veröffentlichungen zu den Themen Ästhetik und internationaler Kulturaustausch, war vor seiner Zeit am Haus der Kulturen der Welt im Goethe-Institut tätig, wo er von 1999 bis 2004 das Landesinstitut Mexikos und anschließend die Zentralabteilung Künste in München leitete. Mit seinem Amtsantritt kehrt er an ein Haus zurück, dessen Entwicklung er schon von 1994 bis 1999 als Leiter des Bereichs Wissenschaft und Kultur und stellvertretender Intendant maßgeblich mitgeprägt hat. Seit Beginn 2011 ist er Honorarprofessor für Europäische Ethnologie an der Humboldt-Universität zu Berlin.

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