Tinariwen, © Marie Planeille
Tulpan, © Promo

15.7.–6.8.2011

Wassermusik: Wüste

Sommer-Open-Air-Festival

Open-Air-Festival: Konzerte, Filme, Gespräche

Sich bei einem Festival rund ums Wasser auf die Wüste zu konzentrieren, mag auf den ersten Blick absurd erscheinen. Tatsächlich ist es nur konsequent. Denn wo spielt das Wasser – oder der Mangel an Wasser – eine größere Rolle als in den Wüsten dieser Welt? Wassermusik 2011 widmet sich der Wüste als realem Lebensraum ebenso wie als Ort der Imagination.

Konzerte

An neun Konzertabenden präsentiert das HKW Musik über die Wüste und Musiker aus der Wüste. Neben Neuentdeckungen und ausgefallenen Acts stehen waschechte Stars auf dem Programm: Khaled, „Le Roi du Raï“, hat sich den Konservativen in seiner Heimat Algerien zum Trotz mit „Aïcha“ und „Didi“ unsterblich gemacht, Tinariwen sind seit ihrem Auftritt beim Desert Festival in Mali zu Stars des Electro-Gitarrenblues aufgestiegen, Giant Sand aus Tucson, Arizona, sind die Erfinder des Desert Rock schlechthin und bringen mit einigen Gästen eine Art Revue der Sonora-Wüste auf die Bühne, Amadou & Mariam gelten als Traumpaar des hymnischen afrikanischen Gesangs, die Group Doueh beweist, dass auch in der West-Sahara Wah-Wah-Pedale funktionieren.

Gespräche

Unter dem Titel „Vom Verschwinden“ sondieren der chilenische Autor Raúl Zurita und der tunesisch-französische Schriftsteller und Essayist Abdelwahab Meddeb das Faszinosum Wüste als Ausgangsort für Erfahrungen, die sich der Auflösung und Erlösung verschreiben (Moderation: Michaela Ott). Bei „Fata Morgana Europa“ geben der Schriftsteller Mahi Binebine und der Dokumentarfilmer Olivier Dury jenen Menschen ihre Geschichte zurück, deren Spuren sich irgendwo zwischen Afrika und Europa in der Illegalität verloren haben (Moderation: Marie Luise Knott).

Filme

Im Anschluss an die Konzerte und Gespräche Visionen der Wüste in 14 Variationen: Die Bandbreite reicht von hintersinnigen Komödien wie dem Eröffnungsfilm Masquerades aus Algerien über Roadmovies (passender Titel: Road, Movie aus Indien) und poetisch-existenzialistische Reisen in und durch die eigene Verlorenheit (Gerry von Gus Van Sant) bis zu klassischen Konzert- und Musikfilmen. Die Western-Weiten der US-Südstaaten (The Shooting) sind genauso Thema wie das legendäre Sängerpaar Amadou & Mariam, das sagenumwobene Desert-Festival in Mali ebenso wie die Sahara, Symbol für eine zu durchquerendeLeere auf der Suche nach dem besseren Leben (Warten auf das Glück – Heremakono). Die Wüste wird zur Bühne, zum Spiegel für psychische Vorgänge.