Die Tagesordnung

Éric Vuillard | Nicola Denis

„Man stürzt nicht zweimal in denselben Abgrund. Aber man stürzt immer auf dieselbe Weise, in einer Mischung aus Lächerlichkeit und Entsetzen.“

Die Tagesordnung

Die Tagesordnung

Jurykommentar:

Éric Vuillard erzählt in knappen, scharf geschnittenen Szenen von historischen Momenten, in denen das entscheidende Nein ausbleibt. Er beginnt 1933 in Berlin - Gustav Krupp und Günther Quant entscheiden sich dazu, Hitler zu finanzieren - und zeichnet Entscheidungsmomente bis 1938 nach. Beim Dinner und bei der Zigarre im Salon lässt er meisterhaft angelegte, im Ausgang offene Situationen entstehen, die das nicht ausgesprochene Nein psychologisch nachvollziehbar machen und ganze Denksysteme erschließen. Der Text oszilliert zwischen Erzählung und Essay, die Sprache zwischen Präzision und Poesie, Nicola Denis hat für sie eine genaue und flüssige Übersetzung gefunden. Im Wechselspiel zwischen Satire und Analyse entsteht Erkenntnis: Geschichte vollzieht sich nicht in Zwangsläufigkeit. Wir müssen nicht immer zustimmen. – Jens Hillje

Eric Vuillard | © Melania Avanzato

Eric Vuillard | © Melania Avanzato

Autor: Éric Vuillard

Éric Vuillard, 1968 in Lyon geboren, ist Schriftsteller und Regisseur. Für seine Bücher, in denen er große Momente der Geschichte neu erzählt und damit ein eigenes Genre begründet, wurde er u. a. mit dem Prix de l’Inaperçu und dem Franz-Hessel-Preis ausgezeichnet. 2017 bekam er für Die Tagesordnung den renommierten Prix Goncourt. Bisher auf Deutsch erschienen: Ballade vom Abendland (2014), Kongo (2015) und Traurigkeit der Erde (2017).

Zuletzt erschienen:

  • Kongo, Matthes & Seitz Berlin, 2015
    [Congo, Actes Sud, 2012]
  • Traurigkeit der Erde. Eine Geschichte von Buffalo Bill Cody, Matthes & Seitz Berlin, 2017
    [Tristesse de la terre. Une histoire de Buffalo Bill Cody, Actes Sud, 2014]

Nicola Denis | © Philip Radowitz

Nicola Denis | © Philip Radowitz

Übersetzerin: Nicola Denis

Nicola Denis, 1972 geboren, arbeitet als freie Übersetzerin im Westen Frankreichs. Sie wurde mit einer Arbeit zur Übersetzungsgeschichte promoviert. Sie übersetzte u. a. Werke von Alexandre Dumas, Honoré de Balzac, Pierre Mac Orlan und Philippe Muray.

Zuletzt erschienen:

  • Éric Vuillard, Traurigkeit der Erde, Matthes & Seitz Berlin, 2017
  • Honoré de Balzac,Ursule Mirouët, Matthes & Seitz Berlin, 2017

Website der Übersetzerin: nicoladenis.fr