Aby Warburg: Bilderatlas Mnemosyne

Das Original
Verschoben auf Herbst 2020

Aby Warburg, Bilderatlas Mnemosyne, Tafel 39 (wiederhergestellt, Detail) | Foto: Wootton / fluid; Courtesy The Warburg Institute, London

Aby Warburg, Bilderatlas Mnemosyne, Tafel 39 (wiederhergestellt, Detail) | Foto: Wootton / fluid; Courtesy The Warburg Institute, London

Aby Warburg, Bilderatlas Mnemosyne, Tafel C (wiederhergestellt, Detail) | Foto: Wootton / fluid; Courtesy The Warburg Institute, London

Aby Warburg, Bilderatlas Mnemosyne, Tafel C (wiederhergestellt, Detail) | Foto: Wootton / fluid; Courtesy The Warburg Institute, London

Aby Warburg, Bilderatlas Mnemosyne, Tafeln 6 & 77 (wiederhergestellt) | Foto: Wootton / fluid; Courtesy The Warburg Institute, London

Aby Warburg, Bilderatlas Mnemosyne, Tafeln 6 & 77 (wiederhergestellt) | Foto: Wootton / fluid; Courtesy The Warburg Institute, London

Aby Warburg mit Gertrud Bing und Franz Alber vor Warburgs Tafelentwürfen, Rome, Palace Hotel, Mai 1929

Aby Warburg mit Gertrud Bing und Franz Alber vor Warburgs Tafelentwürfen, Rome, Palace Hotel, Mai 1929

In den 1920er Jahren entwickelte der Kunst- und Kulturhistoriker Aby Warburg (1866–1929) seinen sogenannten Bilderatlas Mnemosyne, der wiederkehrende visuelle Themen und Muster von der Antike über die Renaissance bis zur Gegenwartskultur nachzeichnet. Sein Ansatz ist Inspiration für die visuell und digital dominierte Welt von heute. Das HKW präsentiert die 63 Tafeln des Atlas – erstmals wiederhergestellt mit Warburgs originalem Bildmaterial.

Aby Warburg studierte die Wechselwirkungen von Bildern aus verschiedenen Epochen und kulturellen Kontexten. Er entwickelte den Bilderatlas Mnemosyne, um die Einflüsse der Antike auf die Renaissance und weit darüber hinaus bildlich darstellbar zu machen. Der Atlas bestand aus 63 großen schwarzen Tafeln, auf denen Warburg fotografische Reproduktionen von Kunstwerken aus dem Nahen Osten, der europäischen Antike und der Renaissance neben zeitgenössischen Zeitungsausschnitten und Werbeanzeigen anordnete. In den Jahren vor seinem Tod 1929 experimentierten Warburg und seine engsten Mitarbeiter*innen Gertrud Bing und Fritz Saxl mit Form und Funktion des Bilderatlas. Ihr Ziel war eine Publikation, die für die Diskussion zwischen Expert*innen ebenso wie für das breitere Publikum gedacht war. Im Entstehungsprozess entwickelte sich der Atlas zu einem Erkenntnisinstrument.

Warburgs Methodik setzte neue Maßstäbe: Sie bestand darin, kanonisierte Bilder neu anzuordnen und sie epochenübergreifend zu betrachteten; sein Projekt überschritt die Fachgrenzen zwischen Kunstgeschichte, Philosophie und Anthropologie und war grundlegend für die heutigen Disziplinen der Bild- und Medienwissenschaften. Heute bietet sein Umgang mit dem Bildgedächtnis Inspiration und alternative Routen durch eine von visuellen Medien bestimmte Realität.

Die Ausstellung im HKW stellt die letzte dokumentierte Version des Atlas von 1929 nahezu vollständig mit den Originalabbildungen wieder her: Die Kuratoren Roberto Ohrt und Axel Heil haben dafür in Zusammenarbeit mit dem Londoner Warburg Institute den größten Teil der 971 Abbildungen in der 450.000 Einzelabbildungen zählenden Fotografiensammlung und Bibliothek des Instituts aufgespürt – und zeigen zum ersten Mal nach Warburgs Tod sein gesamtes unvollendetes Hauptwerk.

Anlässlich der Ausstellung erscheinen zwei Publikationen im Hatje Cantz Verlag: Eine Publikation im Folio-Format versammelt die 63 Bildtafeln von Warburgs Atlas – neu fotografiert mit dem originalen, vielfarbigen Bildmaterial, mit Texten von Axel Heil, Roberto Ohrt, Bernd Scherer, Bill Sherman, Claudia Wedepohl. Daneben erscheint ein Textband mit ausführlichen Kommentaren der Kuratoren im Herbst 2020.

Die Ausstellung wird kuratiert von Roberto Ohrt und Axel Heil in Zusammenarbeit mit dem Warburg Institute, London.

Im Rahmen von Das Neue Alphabet

Parallel zur HKW-Ausstellung zeigt die Gemäldegalerie in der Ausstellung Zwischen Kosmos und Pathos Kunstwerke von der Vor- und Frühgeschichte bis zur Neuzeit, die Warburg als Vorlagen seiner enzyklopädischen Bildersammlung dienten.

Verschoben auf Herbst 2020

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