Video: Jessica Dunn Rovinelli
Han Ok-hee, Untitled 77-A (1977), Film-Still, Courtesy of Asia Culture Center (ACC)
Film still from We’re Alive, 1974, realized by the Video Workshop of the California Institute for Women and the Women’s Film Workshop of the University of California, Los Angeles., UCLA Film & Television Archive & Michie Gleason, Kathy Levitt, Christine Mohanna

19.6.–28.8.2022

No Master Territories

Feminist Worldmaking and the Moving Image

19.6.–28.8.2022
Täglich außer Di, 12–20h

Ausstellungshalle 1 und Vortragssaal

7€/5€ inklusive Zweitbesuch Tickets

Eintritt frei: montags und unter 18 Jahren

Wie haben Künstler*innen und Filmemacher*innen das bewegte Bild als Inspiration feministischer Vorstellungswelten erschlossen?

Einerseits ist der Feminismus heute längst im Mainstream angekommen. Andererseits muss er gegen ein neoliberales Idealbild des erfolgreichen Individuums verteidigt werden. Im Feld der zeitgenössischen Kunst haben sich hybride Formen zwischen Dokumentar- und Kunstfilm weitgehend etabliert. In diesen Zusammenhängen wirft die Ausstellung No Master Territories einen strategischen Blick in die Vergangenheit: Sie schaut auf die prägende Phase der 1970er bis 90er Jahre – um wegbereitende Arbeiten zu würdigen, aber auch um Antworten auf die Dringlichkeiten der Gegenwart zu finden.

No Master Territories versammelt die vielfältigen Praxen des Dokumentarischen und des Kunstfilms für einen intersektionalen Blick auf das oft unterschätzte Aufeinandertreffen von Feminismus und Bewegtbild. Quer durch globale und polyzentrische Geografien fragt sie, wie Künstler*innen und Filmemacher*innen die Verschränkung von Gender und Macht erkundet haben. Dabei legt sie Kontaktzonen frei, in denen Feminismus auf andere Gerechtigkeitskämpfe trifft.

Kuratorinnen: Erika Balsom und Hila Peleg

Im Rahmen von Das Neue Alphabet

Online-Cinema | 18.6.–28.8.2022

Helke Misselwitz, Winter adé

In Winter adé erzählt Helke Misselwitz von Frauen aus der DDR, ein generationenübergreifendes Kollektivporträt. Am Beginn steht die eigene Geschichte: Helke Misselwitz spricht über ihr Leben, unterlegt von Bildern ihres Geburtsorts. Von diesem Ausgangspunkt unternimmt sie eine Reise, die über ihre Autobiografie weit hinausführt.

Sie durchquert die DDR, einen Staat, der bald darauf verschwinden sollte. „Ich kenne viele Frauen, deren Sorgen und Sehnsüchte ich teile“, ist ihre Stimme zu vernehmen, als sie sich aufmacht, „um zu erfahren, wie andere gelebt haben, und wie sie leben möchten“. In einer Reihe von vertrauensvollen Gesprächen, die eine Brücke vom „ich“ zum „wir“ schlagen, hinterfragt Winter adé die offizielle Ideologie des Sozialismus, der sich Geschlechtergleichheit als Errungenschaft auf die Fahnen schrieb. Misselwitz lässt weibliche Erfahrungen in vielstimmiger Form deutlich werden. Sie hebt Widersprüchlichkeiten, Individualität und Geschichtlichkeit hervor, und trifft damit den historischen Moment am Vorabend einer soziopolitischen Transformation von enormer Tragweite.

35 mm, 116 min, DDR 1988

Foto © DEFA-Stiftung, Thomas Plenert

No Master Territories zeigt Arbeiten in den Ausstellungsräumen und in einem Kinoprogramm, das sich während der Laufzeit wöchentlich wiederholt. Screenings in Anwesenheit von Regisseur*innen und weiteren Beitragenden ergänzen die Ausstellung ebenso wie ein Podcast und ein Online-Kino.

Eine begleitende Publikation erscheint 2022 bei MIT Press.

Die Ausstellung wird 2023 im Museum of Modern Art in Warschau gezeigt.

Künstler*innen:

Peggy Ahwesh
Chantal Akerman
Atteyat Al-Abnoudy
Claudia von Alemann
Helena Amiradżibi
Michal Aviad
Marjorie Beaucage
Berwick Street Film Collective
Camille Billops/James Hatch
Susana Blaustein Muñoz
Tabea Blumenschein
Lizzie Borden
Dionne Brand/Ginny Stikeman
Byun Young-joo
Gloria Camiruaga
Anna Carini/Rony Daopulo/Paola De Martis/Maria Grazia Belmonti/Annabella Miscuglio/Loredana Rotondo
Ann Carney/Barbara Phillips
Sheba Chhachhi
Essie Coffey
Jo Davis/Lis Rhodes
Zeinabu irene Davis
Maricarmen de Lara
Gardi Deppe/Barbara Kasper/Brigitte Krause/Ingrid Oppermann/Tamara Wyss
Maya Deren
Deepa Dhanraj
Assia Djebar
Loredana Dordi
Katherine Dunham
JoAnn Elam
Safi Faye
Frauenfilmgruppe München
Michie Gleason / Kathy Levitt / Christine Mohanna
Sara Gómez
Grupo Chaski
Krystyna Gryczełowska
Gwendolyn
Barbara Hammer
Han Ok-hee
Haneda Sumiko
Mona Hatoum
Zora Neale Hurston
Idemitsu Mako
Ana Victoria Jiménez
Tina Keane
Olga Khodataeva/Nikolai Khodataev
Ketty La Rocca
Sandra Lahire
Maria Lassnig
Robin Laurie/Margot Nash
Angelika Levi
Mirentxu Loyarte
Nalini Malani
Sarah Maldoror
Marilú Mallet
Cecilia Mangini
Barbara McCullough
Kate Millett/Sophie Keir
Annabella Miscuglio
Helke Misselwitz
Tracey Moffatt
Kitico Moreno
Mira Nair
Gunvor Nelson/Dorothy Wiley
Ulrike Ottinger
Paper Tiger TV
Letícia Parente
Parituh (Kim Soyoung)
Alice Ann Parker (Severson)
Pratibha Parmar
Qiu Miaojin
Yvonne Rainer
Mirha-Soleil Ross/Mark Karbusicky
Jocelyne Saab
Valeria Sarmiento
Claudia Schillinger
Gundula Schulze Eldowy
Delphine Seyrig
Esfir Shub
Cauleen Smith
Penelope Spheeris
Chick Strand
Khady Sylla
Leslie Thornton
Trinh T. Minh-ha
Abisag Tüllmann
Agnès Varda
Vidéa
Drahomíra Vihanová
Joyce Wieland

In Zusammenarbeit mit:

Elena Baumeister/Johanne Hoppe/Inga Selck
Madeleine Bernstorff
Shai Heredia
Nina Hoechtl
Sarah Keller
Ricardo Matos Cabo
Sahar Salahshoor
Rasha Salti
Isabel Seguí
Marc Siegel
Xiaoyu Weng