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Mi, 21. März 2018

W.J.T. Mitchell, Hito Steyerl & John Tresch – BILD

VIDEODROME (1983), Filmstill | © 1982 Guardian Trust Company

VIDEODROME (1983), Filmstill | © 1982 Guardian Trust Company

Mit jedem medialen Wandel verhandeln Bilder das Sichtbare und das Unsichtbare aufs Neue. Für die zehnte Ausgabe des Wörterbuchs der Gegenwart reflektieren Hito Steyerl, W.J.T. Mitchell und John Tresch gegenwärtige Wahrnehmungsparadigmen und Bildpolitiken. Sie befragen Strategien der Evidenzproduktion und den Wirklichkeitsanspruch des Visuellen in einem bildersüchtigen Techno-Kapitalismus.

Wie reproduziert sich kulturelles Wissen in Bildern? Wie gehen Kollektive mit dem ständigen Wandel und wachsender Individualisierung ihrer wahrgenommenen Realität um? Und kann ein globales Bilderwissen überhaupt existieren?

Der Kunsttheoretiker W.J.T. Mitchell skizziert die drei Phasen gegenwärtiger Bildwissenschaften und Ikonologie vor dem Hintergrund des „Pictorial Turn“. Der Wissenschaftshistoriker John Tresch beschreibt die universelle Lesbarkeit von Zeichen und Symbolen. Er zeigt, wie sich anhand des Phänomens der Food-Fotografie in sozialen Medien, Kosmogramme der Gegenwart ableiten lassen. In ihrem Vortrag Bubble Vision untersucht die Filmemacherin und Autorin Hito Steyerl das Paradox der Immersion: In einer Virtuellen Realität rücken die Betracher*innen vom Rand ins Zentrum und können das gesamte Bild der digitalen Wirklichkeit jedoch nie erfassen.

Dieses Phänomen immersiven Sehens wird mit dem Veranstaltungsort aufgegriffen: der Pierre Boulez Saal der Barenboim-Said Akademie beschreibt einen sphärischen Raum, der eine vollständige 360-Grad-Schleife vollzieht, und jeder Punkt im Raum eröffnet eine neue Perspektive.