Technosphärenklänge #6: Vorträge und Gespräche

Mit Marco Donnarumma, Lingling Chen, Manfred Hild, Nunu Kong, Moderation: Jan Rohlf

Sa 24.11.2018
Vortragssaal
15–18h
Eintritt frei
Auf Englisch
Foto: David Vintiner

15h
Marco Donnarumma: The Restlessness of Hybridity
Vortrag
Technologien wie Prothesen oder Biosensoren ermöglichen Formen hybrider Verkörperung: So ist der Cyborg in vielfältiger Darstellung durch Künstler*innen und Performer*innen zum Teil des normativen Systems der Gesellschaft geworden. Über Körperpolitik sprechen heißt daher, über die Technologien zu sprechen, die vom Körper einverleibt werden und zu thematisieren, wie sie die vorgebliche Integrität des Körpers auf die Probe stellen. Und dennoch gelten künstliche Intelligenz (KI) und Physiotechnologien in der Performancetheorie und -praxis entweder als rein materielle Erweiterung des eigenen Körpers oder als externe Objekte. In seinem Vortrag argumentiert Marco Donnarumma, dass ein derartiger Ansatz die immateriellen und vorbewussten Aspekte einer technologischen Einbindung ignoriert und damit technokratische Glaubenssysteme stützt. Im Zentrum seiner Überlegungen steht die Idee der Automatizität als subjektive Form psychischer Gestimmtheit mit spezifischen technischen Instrumenten. Durch die Performativität körperlicher Schwellen gestalten sich Formen einer Mensch-Maschine-Kodependenz, in denen sich Körper und Technologie durch Disziplin, Training und die relationalen Ökonomien des Begehrens gegenseitig affektiv beeinflussen. Mit einer Fallstudie präsentiert Donnarumma die Analyse einer eigenen Performance mit künstlich intelligenter Körpertechnologie. Er zeigt eine immanent hybride und relationale Körperlichkeit, die die Grenzen zwischen Mensch und Technik, Materiellem und Immateriellem, Perzeption und Psychologie, Bewusstsein und Vorbewusstsein aufhebt.
www.marcodonnarumma.com

16.30h
Diskussion mit Marco Donnarumma, Nunu Kong und Lingling Chen, moderiert von Jan Rohlf (CTM-Festival)

17h
Manfred Hild: Hearing and Feeling
Vortrag
Es ist vor allem der Körper, der bei der Gegenüberstellung von Robotern / KI und Menschen den Unterschied macht. Dabei sind die Sinne wichtiger als die Körperform, denn sie bestimmen die Grenze zwischen Innen- und Außenwelt. In seinem Vortrag erläutert Manfred Hild, Leiter des Forschungslabors Neurorobotik der Beuth Hochschule für Technik Berlin, was aus der Perspektive der Robotik das Besondere am Hören und Fühlen ist. Dabei geht es um abstrakte und minimalistische kinetische Skulpturen ebenso wie um voll ausgestattete humanoide Roboter.
www.neurorobotik.de