Mi, 29. Januar 2020 — So, 01. März 2020

The Eternal Network

transmediale 2020 | © The Laboratory of Manuel Bürger

transmediale 2020 | © The Laboratory of Manuel Bürger

Von einer queer-feministischen Wikiplattform über einen kritischen Atlas des Internets bis zu einem Supercomputer, der absurde geo-engineering Szenarien für das Überwinden von Klimakrisen vorschlägt: Die Ausstellung The Eternal Network hinterfragt technologische und soziale Netzwerke angesichts aktueller Dringlichkeiten. Wie lässt sich der digitale Raum dekolonialisieren? Wie ist Informationsaustausch jenseits des Plattformkapitalismus denkbar? Wie zuverlässig können Netzwerke heute noch Antworten auf zukünftige Modelle von Sozialität, Technologie und Ökologie liefern?

Ausgehend vom Konzept des „Eternal Network“ des Fluxus-Künstlers Robert Filliou aus den 1960er Jahren präsentiert die Ausstellung ein Referenzsystem mit Begriffen, Zitaten und Bildmaterialien zur Entwicklung von Netzkulturen. In einer Reihe von Revisionen werden ausgewählte Netzkulturprojekte von den 1990er Jahren bis heute vorgestellt. Während der Begriff The Eternal Network neue Formen des Austauschs in einer zunehmend globalen Welt vorwegnahm, spekulierten diese kritischen Netzkulturen in ähnlicher Weise über kulturelle Praxis in Bezug auf die neue Infrastruktur des Webs und die Gesellschaft nach der Globalisierung. Durch die Verbindung von Fillious Eternal Network, kritischen Netzkulturen und zeitgenössischer Kunst schließt die Ausstellung die Lücke zwischen Prä- und Post-Internet-Zeiten. Mit Blick auf den Netzwerk-Backlash überprüft sie das Vermächtnis kritischer Netzkulturen, um herauszufinden, ob und wie diese auch in Zukunft eine emanzipatorische Bedeutung haben können.

Mit Arbeiten von Johanna Bruckner, Luiza Prado de O. Martins, Guo Cheng, Louise Drulhe, Bahar Noorizadeh u.v.a