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So, 03. Oktober 2021

Cold War, Soft Power: Die Kongresshalle zwischen Peripherie und Zentrum

Führung durch das HKW

1955 | frühe Skizze von Hugh A. Stubbins | © Hugh Stubbins and Associates

1955 | frühe Skizze von Hugh A. Stubbins | © Hugh Stubbins and Associates

Die Berliner Kongresshalle, das heutige Haus der Kulturen der Welt, entstand als Beitrag der USA zur Internationalen Bauausstellung 1957: Als Ort der Versammlung und des Wissensaustauschs sollte sie die Demokratisierung Deutschlands fördern. Im zerstörten Zentrum der geteilten Stadt geplant, rückte die Kongresshalle mit der Zementierung der Sektorengrenze 1961 bis zum Fall der Mauer in die Peripherie West-Berlins.

Die Grenzregime hatte der US-amerikanische Architekt Hugh Stubbins bei seinem Entwurf genau im Blick: Sichtbar sollte die Halle aus der ruinösen Stadtlandschaft herausragen. Die freie Formensprache des Baus und seine waghalsige, den Freiheitsgedanken verkörpernde Dachkonstruktion waren eine klare Ansage in einem symbolischen und architektonischen Wettrüsten zwischen den Systemen Ost und West. Während in der DDR monumentale Wohnpaläste für Arbeiter*innen im Stil des Sozialistischen Klassizismus entstanden, versuchte sich der Westen mit neuartigen architektonischen Formen durchzusetzen. Neben dem Konkurrieren mit der Sowjetunion beeinflussten Versuche der Entnazifizierung und Fantasien der Überlegenheit und des Universalismus die Architektur des Wiederaufbaus.

Anlässlich des Tags der Deutschen Einheit widmet sich dieser Rundgang durch das Haus gebauten Ideologien und dem programmatischen Wandel von der Kongresshalle zum HKW.