Über Sprachen hinweg träumen: Eine surrealistische Logik
Lesung und Gespräch mit Yoko Tawada, moderiert von Ulrike Vedder
- Lesungen
- Gespräche
Fr., 11.4.2025
21:30–22:30
Safi Faye Saal
Auf Deutsch mit englischer Simultanübersetzung
Eintritt frei

Foto: Yoko Tawada
Yoko Tawadas literarisches Universum ist von sich verschiebenden Realitäten, sprachlichen Abweichungen und metamorphen Körpern durchzogen. Als zweisprachige Schriftstellerin, die auf Japanisch und Deutsch arbeitet, demontiert Tawada konventionelle Vorstellungen von Sprache, Identität und Wahrnehmung auf eine Weise, die an surrealistische Poetiken erinnert. Von ihren frühen Gedichten bis hin zu ihren Romanen Kentōshi (Sendbo-o-te, 2018) und Etüden im Schnee (2016) umfasst Tawadas Schreiben Themen des Unbewussten, der körperlichen Verwandlung und der sprachlichen Entfremdung. Ihr Werk strapaziert die Regeln von Grammatik und Bedeutung, indem es Fehlübersetzungen, polyglotte Wortspiele und traumhafte Verzerrungen zu einer radikalen künstlerischen Strategie verbindet.
Während dieser Veranstaltung liest Tawada aus einer unveröffentlichten Geschichte und gewährt dem Publikum damit einen seltenen Einblick in den Entstehungsprozess ihrer literarischen Welt. Im Gespräch mit Ulrike Vedder erkundet sie ihre Beziehung zum Surrealismus; sowohl im Sinne historischer Affinitäten als auch als intuitive literarische Orientierung. Dabei geht es um Themen wie Exil, Übersetzung als künstlerische Neuerfindung und das im Alltäglichen verborgene surrealistische Potenzial. Ähnlich wie die Surrealist*innen vor ihr versucht Tawada in ihrer literarischen Praxis, die Sprache von starren Bedeutungszuschreibungen zu befreien und unerwartete Dimensionen der Realität zu enthüllen.