Alltägliches Erstaunen: Der Surrealismus und die Erneuerung der Vorstellungskraft
Keynote von Ben Okri, gefolgt von einem Gespräch mit Dzekashu MacViban
Keynote, Gespräch
Fr., 11.4.2025
18:15–19:15
Safi Faye Saal
Auf Englisch mit deutscher Simultanübersetzung
Eintritt frei

Ben Okri. Foto: Mat Bray
Das Festival Unwirkliche Verbindungen: Andere Geografien des Surrealismus wird mit einem Vortrag des Schriftstellers Ben Okri eröffnet, in dem er über das Erbe des Surrealismus nachdenkt: von seinen Möglichkeiten zur Weltgestaltung über seine Anleihen bei der afrikanischen Kunst bis hin zur Subversion des Faschismus. Okri untersucht, wie Europa und der Rest der Welt surrealistische Ansätze neu denken und umsetzen können, um gegenwärtige politische Realitäten zu hinterfragen. Der Rechtsruck in vielen Ländern ist ein Zeichen für einen Rückfall in limitierte Formen und einen eng begrenzten Realitätsbegriff. Die Kraft des Surrealismus hingegen liegt darin, das Gewöhnliche zu durchbrechen – nicht nur als Flucht vor der Realität, sondern auch als Aufforderung, erstarrte und gewohnheitsmäßige Wahrnehmungen zu überwinden. Der Surrealismus lebt von seiner Fluidität und der Weigerung, sich durch geografische oder ideologische Einschränkungen festlegen zu lassen. Vielleicht ist das der Grund dafür, dass er mehr als jede andere europäische Kunstbewegung von Künstler*innen aus aller Welt reinterpretiert, neu beansprucht und umgestaltet worden ist, wodurch sie auf ihre je eigene und unerwartete Weise seinen Horizont erweitert haben.