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Der Ort und seine Geschichte

Foto: Sabine Wenzel | Das Haus der Kulturen der Welt bei Nacht

Foto: Sabine Wenzel | Das Haus der Kulturen der Welt bei Nacht

Das Haus der Kulturen der Welt steht mitten im Berliner Regierungsviertel am historischen Platz „In den Zelten”. Ein geschichtsträchtiger Ort: Im ehemaligen Jagd- und Vergnügungsrevier der brandenburgischen Kurfürsten errichtete man im 18. Jahrhundert Bewirtungszelte, in die Berliner Bürger im Sommer einkehren konnten. Während der Märzrevolution 1848/49 galt der Ausdruck „In den Zelten” schließlich als ein Synonym für erregte politische Debatten. Im Zweiten Weltkrieg wurden die hier errichteten Festsäle und das Viertel um den Platz vollkommen zerstört. Mit dem Bau der Kongresshalle in den 1950er Jahren wandelte sich der Platz „In den Zelten“ erneut: Von 1956-80 fanden hier internationale Konferenzen, Kulturereignisse und Messen statt. Mit der Übernahme der Kongresshalle 1989 setzte das Haus der Kulturen der Welt diese Tradition internationaler Begegnungen am Platz „In den Zelten“ fort.

2007 Wiedereröffnung
Zum 50. Jubiläum der Kongresshalle wird das Haus der Kulturen der Welt im August 2007 feierlich wiedereröffnet. Als Hommage an die Geschichte des Gebäudes ist das Eröffnungsfestival „New York – State of Minds“ den transatlantischen Beziehungen gewidmet.

2006 Teilinstandsetzung
Von 2006 bis 2007 wird das Haus der Kulturen der Welt gründlich renoviert. Ermöglicht wird die Teilinstandsetzung des Gebäudes durch eine zweckgebundene Sonderfinanzierung des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

2001 Regierungsviertel
Nach dem Fall der Mauer 1989 rückt das Haus der Kulturen der Welt aus der räumlichen Peripherie Westberlins in das Zentrum der wiedervereinigten Stadt. In unmittelbarer Nachbarschaft bezieht der Kanzler 2001 das neue Bundeskanzleramt. Der Reichstag befindet sich in nur circa 1000 m Luftlinie Entfernung.

1989 Gründung des Hauses der Kulturen der Welt
Als Antwort auf die wachsende Rolle der Kultur in den internationalen Beziehungen wird das Haus der Kulturen der Welt gegründet. Es bekommt seinen Sitz in der rekonstruierten Kongresshalle und nimmt Anfang 1989 seinen Programmbetrieb auf. Als internationale Begegnungsstätte veranstaltet es Ausstellungen, Lesungen, Symposien, Workshops, Tanzperformances, Theateraufführungen, Konzerte, Festivals und Filmreihen.

1980 Dacheinsturz der Kongresshalle
Das Dach der Kongresshalle stürzt am 21. Mai 1980 ein und begräbt einen Journalisten unter seinen Trümmern. Nach umfangreichen Sanierungsarbeiten wird das Gebäude 1987 zur 750-Jahr-Feier Berlins wieder eröffnet.

1957 Fertigstellung der Kongresshalle
Im Herbst 1957 ist der Bau der Kongresshalle abgeschlossen. Das künstlerische Programm der Eröffnungsveranstaltung vom 19. September 1957 ist international und bietet mit Theaterveranstaltungen, Konzerten und einem Symposium einen genreübergreifenden Mix.

1957 Symposium in der Kongresshalle
Am 25.9.1957, wenige Tage nach der Eröffnung der Kongresshalle, findet das Symposium „Die Alte und die Neue Welt“ statt, an dem unter anderem der spätere Bundeskanzler Willy Brandt, die US-Diplomatin Eleonor Dulles und der Schriftsteller Thornton Wilder teilnehmen.

1956-57 Bau der Kongresshalle
Im Zweiten Weltkrieg wird der historische Zeltenplatz völlig zerstört. 1957, mitten im Kalten Krieg, errichtet man hier, in unmittelbarer Nachbarschaft zum Reichstag, die Kongresshalle. Das Gebäude ist ein Geschenk der amerikanischen Regierung und soll als internationale Begegnungsstätte ein Zeichen für die „Freiheit“ der „Inselstadt“ Berlin setzen. Wegen seiner besonderen architektonischen Form taufen die Berliner das Gebäude „Schwangere Auster".

1910 Löwenbrauerei im Zelt
1910 ist der Platz „In den Zelten“ ein fester Bestandteil der Berliner Vergnügungskultur und ein beliebtes Ausflugsziel. Zahlreiche Gaststätten, wie zum Beispiel die Löwenbrauerei im Zelt, sorgen für das leibliche Wohl der Gäste.

1848 Märzrevolution
Unter Friedrich Wilhelm IV. (1795-1861) gerät der Platz zunehmend zu einem Ort des öffentlichen politischen Diskurses. Ab dem 6. März 1848 finden auf dem Zeltenplatz die Volksversammlungen der Märzrevolution statt. Von Barrikadenkämpfen bleibt der Platz jedoch unberührt.

1847 Bettina von Arnim
Ab 1847 bewohnt die Schriftstellerin Bettina von Arnim einige Jahre in unmittelbarer Nachbarschaft des Platzes das Haus „In den Zelten 5“.

1772 Der Zeltenplatz
Unter Friedrich dem Großen (1712-86) wird der Tiergarten, das höfische Jagd- und Vergnügungsrevier vor den Toren Berlins, durch den Architekten von Knobelsdorff umgestaltet. Ab 1745 ist eine Sommerbewirtung in Zelten auf dem Platz erlaubt. Der Vergnügungsort bei Berlin wird seitdem „Zeltenplatz“ bzw. „In den Zelten“ genannt.
Ab 1786 dürfen die Wirte feste Bauten auf dem Platz errichten. Fortan kann der für seinen Hang zum anderen Geschlecht bekannte Friedrich Wilhelm II. (1744-97) seine Damen auch im Winter an der „Premiere Promenade de Berlin“ zu einer Waffel einladen.