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Do, 24. Mai 2018

Rosi Braidotti, Philippe Descola & Anne Peters – TIER

Pierre Huyghe | Untitled (Human Mask), 2014, Film, Farbe, Sound, 19 Minuten | Courtesy the artist; Marian Goodman Gallery, New York; Hauser & Wirth, London; Esther Schipper, Berlin; und Anna Lena Films, Paris. © Pierre Huyghe; VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Pierre Huyghe | Untitled (Human Mask), 2014, Film, Farbe, Sound, 19 Minuten | Courtesy the artist; Marian Goodman Gallery, New York; Hauser & Wirth, London; Esther Schipper, Berlin; und Anna Lena Films, Paris. © Pierre Huyghe; VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Unterscheidbarkeit ist in der Moderne ein zentrales Kriterium: Mit der Trennung von Subjekt und Objekt, Kultur und Natur wird die Ausnahmestellung des Menschen markiert. Rosi Braidotti, Philippe Descola und Anne Peters untersuchen, wie diese Verfasstheit der Moderne heute in Bewegung gerät.

Gängige Praktiken von Grenzziehung und Machtverteilung haben begonnen, sich aufzulösen: Der Mensch erscheint nicht mehr als einziger Schöpfer und Erfinder seiner selbst und der Welt. Er gilt auch nicht länger als eine Ausnahme der Natur, als Kulturwesen gegenüber einer natürlichen Dingwelt. Stattdessen treten weitere Akteur*innen auf den Plan. Das Wörterbuch der Gegenwart stellt das Selbstverständnis des Menschen in Frage und nimmt eine Neubestimmung des Tierbegriffs vor: Die Philosophin Rosi Braidotti spricht über die Notwendigkeit einer neuen Grammatik, die hierarchischen Ordnungen von Ausbeutung und Dominanz entgegenwirkt. Der Anthropologe Philippe Descola argumentiert dafür, von einem abstrakten Tier-Konzept abzurücken und sich in Anbetracht der vielfältigen Beziehungen zu nicht-menschlichen Tieren mit einem neuen menschlichen Selbstverständnis auseinanderzusetzen. Die Rechtswissenschaftlerin Anne Peters fragt, welche Rechte Tiere haben und wo diese auf globaler Ebene vertreten werden.