Ausstellungsteilnehmer

Die Ausstellung Forensis zeigt Arbeiten von:

Lawrence Abu Hamdan lebt in London. Er ist Künstler und wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Forensic Architecture. Zu seinen Einzelausstellungen zählen „The Freedom Of Speech Itself“ (2012) im Showroom, London, „The Whole Truth“ (2012) im Casco, Utrecht, und zuletzt „Tape Echo“ (2013) im Beirut in Kairo. Seine Arbeiten wurden international ausgestellt, u. a. in der Tate Modern, im M HKA in Antwerpen und in der Galerie Lisa Cooley in New York. Darüber hinaus wurde Abu Hamdans fortlaufendes Projekt „Aural Contract“ kürzlich bei Arnolfini in Bristol (2013), bei der Taipei Biennale (2012) und im Rahmen seiner Iaspis-Künstlerresidenz in Stockholm (2013) präsentiert. Abu Hamdan ist eines der vier Mitglieder der Künstlergruppe Model Court, deren erste größere Ausstellung unter dem Titel „Resolution 978HD“ im Gasworks in London (2013) stattfand. Seine Artikel erschienen u. a. in der Zeitschrift Cabinet, auf Ibraaz und im Manual for Treason (für die 10. Sharjah Biennale). Abu Hamdan lehrt am Department of Visual Cultures und ist Doktorand am Centre for Research Architecture am Goldsmiths, University of London.

Nabil Ahmed ist Autor, Künstler und wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Forensic Architecture. Seine Arbeiten wurden international ausgestellt, u. a. bei der Taipei Biennale (2012), im Haus der Kulturen der Welt in Berlin und im South Asian Visual Arts Centre (SAVAC) in Toronto. Er ist Mitarbeiter des Projekts „World of Matter“ und schreibt für Third Text, Volume und Architecture and the Paradox of Dissidence (Routledge, 2014). Als Co-Kurator hat er das von Künstlern geleitete Ton-Kunst-Projekt Call & Response in London mitkonzipiert. Zurzeit ist Ahmed Doktorand des Centre for Research Architecture am Goldsmiths, University of London. Er hat am Department of Visual Cultures unterrichtet und lehrt derzeit an der CASS Faculty of Art, Architecture and Design der London Metropolitan University.

Maayan Amir ist Künstlerin, Kuratorin und wissenschaftliche Mitarbeiterin bei Forensic Architecture. Ihre Gemeinschaftsarbeiten mit Ruti Sela wurden international ausgestellt, u. a. bei der Sidney Biennale (2006), der Istanbul Biennale (2009), der Berlin Biennale (2010) und an Ausstellungsorten wie dem Centre Pompidou, Art in General, der Tate Modern, dem Jeu de Paume und dem Museum Ludwig. 2009 initiierte sie gemeinsam mit Sela das „Exterritory Project”, für das beide 2011 von der UNESCO mit einem Nachwuchspreis ausgezeichnet wurden. Amir hat ein Buch über das israelische Dokumentarkino herausgebracht und zahlreiche Ausstellungen kuratiert. Sie unterrichtet Kunsttheorie im MFA-Studiengang Bildende Kunst an der Bezalel Academy of Arts and Design (Jerusalem) sowie im Studiengang Bildende Kunst an der Haifa University, am Sapir Academic College und am Technion – Israel Institute of Technology und an weiteren Instituten. 2011 verbrachte sie als Gastkünstlerin an der Rijksakademie in Amsterdam. Derzeit ist sie Doktorandin am Centre for Research Architecture am Goldsmiths, University of London.

Jacob Burns ist Autor und MA-Student am Centre for Research Architecture am Goldsmiths, University of London. Nach Abschluss seines B.A. in Kunstgeschichte am Goldsmiths arbeitete er an dem Projekt Naming the Dead des Bureau of Investigative Journalism in London mit. Er ist Mitorganisator von „Grounding: Philosophy and the Law”, einer INC-Philosophie-Vorlesungsreihe am Goldsmiths, University of London (2013–2014). Als wissenschaftliche Hilfskraft bei Forensic Architecture arbeitet er an der Untersuchung von Drohnenangriffen.

Gabriel Cuéllar ist Architekt und hat sein Studium mit einem Advanced Master of Architecture im Postgraduiertenprogramm des Berlage Institute in Rotterdam abgeschlossen. Seit seinem Abschluss an der Carnegie-Mellon University 2008 war er in mehreren Architekturbüros in den USA, der Schweiz, Frankreich und den Niederlanden tätig. 2011 leitete er bei Philippe Rahm Architects das Projekt für den Wettbewerb um den Taichung Gateway Park, den er auch gewann. Seit 2012 arbeitet er mit unterschiedlichen Partnern in seinem eigenen Architekturbüro Relation.

DAAR (Decolonizing Architecture Art Residency) ist ein Kollektiv für Kunst und Architektur sowie ein Künstlerresidenzprogramm mit Sitz in Beit Sahour, Palästina. Der Kern der Gruppe besteht aus Sandi Hilal, Alessandro Petti und Eyal Weizman. DAAR verbindet in seiner Arbeit Diskurs, räumliche Intervention, Bildung, kollektives Lernen, öffentliche Veranstaltungen und rechtliche Fragen. In der Umsetzung dieser Themen beschäftigt sich DAAR mit einem der schwierigsten Dilemmas der politischen Praxis: Wie kann man in einer Umgebung, in der das politische Kraftfeld so dramatisch verzerrt ist, sowohl konstruktive Vorschläge machen als auch kritisch arbeiten? Dazu bedarf es der Subversion, Wiederverwendung, Profanierung und Wiederverwertung der bestehenden Infrastruktur der kolonialen Besatzung. DAAR-Projekte wurden bei verschiedenen Biennalen und in Museen gezeigt, darunter die Venedig Biennale, das Bozar in Brüssel, die NGBK in Berlin, die Istanbul Biennale, die Architektur-Biennale Rotterdam, Home Works in Beirut, das Architekturforum Tirol in Innsbruck, die Tate in London, die Oslo Triennale, das Centre Pompidou in Paris. Die DAAR-Mitglieder sind international in der Lehre tätig, halten Vorträge und veröffentlichen auch international. 2010 wurde DAAR mit dem Prinz-Claus-Preis für Architektur ausgezeichnet, erhielt ein Art initiative-Stipendium und wurde für den Chernikov-Preis nominiert. Die Projekte von DAAR sind in dem Buch Architecture after Revolution (Sternberg Press, 2013) dokumentiert.

Grupa Spomenik/Monument Group (Damir Arsenijević, Ana Bezić, Pavle Levi, Jelena Petrović, Branimir Stojanović, Milica Tomić) ist eine Gruppe von Kunsttheoretikern und Kunsttheoretikerinnen, die öffentlichen Raum für politische und ideologiekritische Diskussionen über die Kriege in der Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawien und deren Folgen schafft. Sie hat Lese- und Diskussionsgruppen ins Leben gerufen, Vortrags-Performances organisiert und durch die Begegnung mit Opfern, Tätern und Zeugen von extremen Terrorakten, Genoziden und ethnischen Säuberungen viel Energie in die eigene Aufklärung gesteckt. Ihr seit 2008 laufendes Projekt Mathemes of Re-association konzentriert sich auf den Völkermord in Srebrenica. Darin untersucht die Grupa Spomenik die Bedingungen, unter denen Kunst einen eigenen Diskurs über den Genozid und den permanenten Kriegszustand der Gegenwart produzieren kann. Das in Zusammenarbeit mit Forensic Architecture laufende Projekt Living Death Camps ist nur eines von vielen Gemeinschaftsprojekten der Grupa Spomenik und basiert auf einer einzigartigen Methodologie, bei der „die Gruppe“ keine einzelne oder kollektive Identität darstellt, sondern vielmehr eine Plattform bildet, die mit jeder neuen Ausprägung andere Teilnehmer und Mitarbeiter

Ayesha Hameed ist Künstlerin, Autorin und Co-Leiterin des Studiengangs Kunst und Kunstgeschichte an der Fakultät für Visual Cultures am Goldsmiths, University of London, wo sie auch wissenschaftliche Mitarbeiterin bei Forensic Architecture ist. Hameeds Praxis umfasst Performance, Video und Text und beschäftigt sich mit den Themen Grenzen, Migration und Internierung. Ihre Essays sind in zahlreichen Zeitschriften und Sammlungen erschienen, darunter Tate ETC (2010), Photoworks (2011), Place: Location and Belonging in New Media Contexts (2008) und The Sarai Reader (2013). versammeln und befähigen kann. Aus dieser Plattform ging 2010 die Arbeitsgruppe Four Faces of Omarska hervor, die anhand der vier Gesichter von Omarska in Bosnien und Herzegowina das komplexe Geflecht historischer Entwicklungen untersucht.

Samir Harb ist als Architekt seit 2006 auf dem Gebiet der Architektur und Stadtplanung im Westjordanland tätig. In seinem aktuellen Projekt geht es um Metaerzählungen in komplexen Raumordnungen mit den Mitteln der Architektur und der graphic novel.

Charles Heller ist Filmemacher und wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Forensic Architecture und beschäftigt sich in seinem Schaffen schon lange mit dem Thema Migration. Zu seinen Arbeiten zählen der Dokumentarfilm „NEM-NEE“ (2005) über die Situation zurückgewiesener Asylbewerber in der Schweiz sowie „Crossroads at the Edge of Worlds“ (2006) über subsaharische Migranten in Marokko, der im Rahmen des Projekts „Maghreb Connection“ (kuratiert von Ursula Biemann) entstand. Zwischen 2009 und 2011 arbeitete er an dem Kunst- und Forschungsprojekt „Image/Migration“, einer kritischen Auseinandersetzung mit der Zirkulation von Bildern zu Migration im Kontext von Menschenrechten bis zur Migrationssteuerung. Derzeit arbeitet er an seiner Promotion am Centre for Research Architecture am Goldsmiths, University of London über die Mobilitätspolitik an den Seegrenzen der EU. Er ist Mitbegründer des Projekts „WatchTheMed“, einer partizipatorischen Online-Landkarte, die den Tod von Migranten und die Verletzung der Rechte von Migranten auf See dokumentiert.

Helene Kazan ist interdisziplinäre Künstlerin und entwickelt aus Recherchen und Archivmaterialien Bewegtbild- und Multimediainstallationen. Ihre Arbeiten wurden internationale ausgestellt. Zuletzt war sie in „Exposure“ am Beirut Art Center, Libanon, in „It’s Always too Late, Archiving the Anthropocene“ im Showroom, London, sowie mit „A Domestic Image of Preemption im Lubomirov“ in der Galerie Lubomirov Easton, London, mit einer Einzelausstellung zu sehen. Die Ergebnisse ihrer Recherchen präsentierte sie bei der IVSA 2013 Annual Conference on the Public Image am Goldsmiths, University of London, sowie bei einer internationalen Konferenz an der Universität von Lissabon mit dem Titel „Images of Terror, Narratives of (In)security“ (2013). 2013 schloss Kazan ihr Studium am Centre for Research Architecture am Goldsmiths, University of London mit einem Master ab.

Thomas Keenan unterrichtet Medientheorie und Menschenrechte am Bard College. Er ist dort für das Human Rights Project zuständig und ist Mitinitiator des ersten Undergraduate-Programms für Menschenrechte in den USA. Keenan ist Research Fellow beim Forensic Architecture Project. Gemeinsam mit Eyal Weizman hat er Mengele’s Skull: The Advent of a Forensic Aesthetics (Sternberg Press, 2012) verfasst. Als Autor zeichnet er verantwortlich für Fables of Responsibility (Stanford UP 1997); er ist Mitherausgeber (mit Wendy Chun) von New Media, Old Media (Routledge, 2006) und (mit Tirdad Zolghadr) The Human Snapshot (Luma/Sternberg Press/CCS, 2013). Gemeinsam mit Carles Guerra kuratierte er „Antiphotojournalism” (Barcelona und Amsterdam, 2010-2011) und „Aid and Abet“ (Quebec, 2011). Er war im Vorstand einer Reihe von Menschenrechtsorganisationen und -publikationen, darunter WITNESS, Scholars at Risk, das Crimes of War Project, des Journal of Human Rights und Humanity.

Steffen Kraemer arbeitet als freier Cutter, Kameramann und Produzent an Einzel- und Gemeinschaftsprojekten mit dem Schwerpunkt experimenteller Dokumentarfilm und Essayfilm im Bereich Architektur und zeitgenössische Medien. Er ist akademischer Mitarbeiter am Lehrstuhl für Angewandte Medienwissenschaften der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus. Krämer absolvierte ein Diplomstudium der Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation mit dem Schwerpunkt in Audiovisuellen Medien an der Universität der Künste Berlin and ein Masterstudium in Research Architecture am Goldsmiths, University of London.

Adrian Lahoud ist Architekt, Dozent und Research Fellow bei Forensic Architecture. 2011 kam er als Leiter des Masterstudiengangs an das Centre for Research Architecture am Goldsmiths, University of London; zuvor war er Leiter des Postgraduate-Studiengangs Urban Design an der University of Technology Sydney. Zurzeit leitet er das Programm M.Arch Urban Design an der Bartlett School of Architecture, University College London (UCL) und ist externer Doktorvater für den Studiengang Projective Cities M.Phil. der Architectural Association (London). Er lehrt und zeigt seine Arbeiten international, zuletzt an der Harvard Graduate School of Design, der Tate Britain und im Storefront for Art and Architecture (New York). Er war Gastkritiker am Royal College of Art London, der Columbia Graduate School of Architecture, Planning and Preservation, an der Angewandten in Wien und an der TU Berlin. In seiner Doktorarbeit beschäftigte er sich mit der Problematik des Maßstabs in der Philosophie-, Wissenschafts- und Architekturgeschichte und bezog sich dabei auf Fallstudien aus den Bereichen Vorkriegsstadtplanung, territoriale Governance und Klimamodellierung.

Armin Linke arbeitet an einem sich ständig erweiternden Archiv der Aktivität des Menschen und der unterschiedlichen Formen natürlicher wie menschengemachter Landschaften. Er verbindet Fotografie, Film und andere visuelle Medien, um Grenzen zwischen Fiktion und Realitäten in Frage zu stellen. Seine Multimedia-Installationen wurden bereits auf der Biennale in Venedig und auf dem Graz Film-Festival gezeigt. Armin Linke ist Professor an der HfG Karlsruhe, als Gastdozent an der IUAV Arts and Design University in Venedig sowie als wissenschaftlicher Mitarbeiter im MIT Visual Arts Program Cambridge tätig.

Modelling Kivalina setzt sich zusammen aus Künstlern und Architekten am Centre for Research Architecture am Goldsmiths, University of London. Zu der Gruppe gehören Andrea Bagnato, Helene Kazan, Daniel Fernández Pascual, Hannah Meszaros Martin und Alon Schwabe. Modelling Kivalina wurde 2012 ins Leben gerufen, als die Gruppe von dem in Anchorage beheimateten Projekt Re-Locate eingeladen wurde, in dem alaskischen Inupiaq-Dorf Kivalina zu arbeiten. Ihre Arbeit wird zum Teil vom World Justice Project finanziert, einer Organisation mit Sitz in Seattle, die Initiativen unterstützt, welche sich für Rechtsstaatlichkeit einsetzen. Modelling Kivalina hat das Ziel, mit Hilfe von visuellen Darstellungsmethoden Verfahren Planungsverhandlungen zwischen Bewohnern und Regierungsbehörden in Alaska zu erleichtern und damit neue Wege der Auseinandersetzung mit dem weltweiten Klimawandel und den damit verbundenen Verdrängungseffekten zu entwickeln.

Model Court ist eine fortlaufende Gemeinschaftsarbeit zwischen Lawrence Abu Hamdan, Sidsel Meineche Hansen, Lorenzo Pezzani und Oliver Rees, die sich mit dem Wandel der Infrastrukturen im internationalen Recht beschäftigt. Zu ihren Ausstellungen und Veranstaltungen zählen „Resolution 978 HD“ im Gasworks in London (2013), das Programm „Model Court, The 21st Century“ in der Chisenhale Gallery in London (2011), „Model Court“ im Henie Onstad Art Centre in Oslo, „Model Court“ kuratiert von Rio Bravo, „Osloo“ im dänischen Pavillon der 54. Venedig Biennale (2011) und „Model Court: An Ecology of the Courtroom“ im CCA in Glasgow (2009).

Gerald Nestler ist Künstler und wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Forensic Architecture. Durch die Verbindung von Theorie mit Performance, Installation, Video und Sprache möchte er finanzielle Derivate und andere finanzbasierte Narrative und deren Rolle in der aktuellen Biopolitik hinterfragen. Nestler lehrt an der Webster Universität Wien und ist Doktorand am Centre for Research Architecture am Goldsmiths, University of London. Zu seinen jüngsten Projekten zählen „The Trend Is Your Friend“ (Kunsthaus Graz, 2009, mit Sylvia Eckermann), „Declining Democracy: Rethinking democracy between utopia and participation“ (CCC Strozzina, Florenz, 2011), „On Purpose. The New Derivative Order“ (Kunstraum Bernsteiner, Wien, 2012), „Glitch“ (Kunstraum Innsbruck, 2013) und „Carry Cargo Cult“ (Kunsthalle Wien, 2013). Ausgewählte Publikationen: Yx. fluid taxonomies—human derivatives—vibrations in hyperreal econociety (2007), Kunstforum International, Ausgabe 200 und 201 (Mitherausgeber Dieter Buchhart, 2010) und What’s next. Art after the Crisis (2013).

Godofredo Pereira ist Architekt, Autor und wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Forensic Architecture. Er lebt in Porto und London. In seinem Forschungsprojekt „Underground Fetishism“ untersucht er politische und territoriale Konflikte im planetarischen Wettrennen ins Erdinnere, dabei liegt sein Schwerpunkt auf der parallelen Exhumierung von politischen Führern und natürlichen Ressourcen als einer neuen Vorstellung von Gemeinwesen. In Zusammenarbeit mit Alonso Barros koordiniert er das „Atacama Desert Project“, eine geo-forensische Analyse von Umweltvergehen in der Atacamawüste in Chile, mit der die Forderungen von lokalen Gemeinschaften und NGOs gegen die Betreiber dortiger Kupferminen unterstützt werden. Zudem ist er Koordinator für Geschichte und Theorie für den Studiengang M.Arch Urban Design am Bartlett, University College London. Er ist Mitbegründer und Herausgeber von Detritos, einem Magazin zu Kunst und kritischer Theorie, und Herausgeber von Savage Objects (INCM, 2012). Er schreibt regelmäßig über Architektur, Urbanisation und Territorium. Seinen Abschluss in Architektur hat er an der FAUP in Porto gemacht, außerdem hat er einen Master of Architecture von der Bartlett School of Architecture und ist Doktorand am Centre for Research Architecture, Goldsmiths University of London.

Nicola Perugini ist Anthropologe und Assistenzprofessor am Al Quds Bard Honors College (Jerusalem, Palästina), wo er den Studiengang Menschenrechte und Internationales Recht leitet. Zuletzt beschäftigte er sich vor allem mit Landrecht, Gewohnheitsrecht und den historischen Entwicklungen in der Reproduktion von Macht und traditionellen Dependenzverhältnissen in Marokko. In seiner aktuellen Forschungsarbeit untersucht er den kolonialen Einsatz von Menschenrechtsdiskursen und –praktiken im Kontext von Israel/Palästina. 2012-2013 war er Mitglied des Institute for Advanced Study, Princeton, wo er seine Untersuchung der Beziehungen zwischen Menschenrechten und Dominanz weiterführte, was auch das Thema seines bald bei Oxford University Press erscheinenden Buches sein wird. In seinen bisherigen Veröffentlichungen beschäftigte er sich auch mit den Themen „eingebettete“ Anthropologie im Iran und in Afghanistan, Asylbewerber in Italien und räumliche Praxis und Kontrolle in Palästina. Seit 2009 arbeitet er an verschiedenen Forschungsprojekten zu Theorie und Kunst mit dem Kollektiv Decolonizing Architecture Art Residency (DAAR) zusammen.

Alessandro Petti ist ein in Bethlehem ansässiger Architekt und Stadtplaner und Research Fellow bei Forensic Architecture. Er ist Leiter des Programms „Campus in Camps“ an der Al Quds University, einem experimentellen Bildungsprogramm im Flüchtlingslager Dheisheh (Bethlehem), sowie des Architekturateliers und Künstlerresidenzprogramms DAAR (Decolonizing Architecture Art Residency), das Diskurs, räumliche Intervention und kollektives Lernen verbindet. DAAR-Projekte wurden in zahlreichen Museen und bei Biennalen auf der ganzen Welt gezeigt. Er hat über die neue Raumordnung geschrieben, die durch das Paradigma von Sicherheit und Kontrolle diktiert wird (Arcipelaghi e enclave, Mondadori, 2007), und mit DAAR eine Reihe von Vorschlägen zur Subversion, Wiederverwendung, Profanation und Wiederverwertung von Strukturen der Dominanz und der Kontrolle entwickelt (Architecture After Revolution, Sternberg Press, 2013).

Lorenzo Pezzani ist Architekt und wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Forensic Architecture. In seiner Arbeit widmet er sich der räumlichen Politik und den visuellen Kulturen von Migration und Menschenrechten, wobei sein besonderes Interesse der Geografie des Meeres gilt. Seit 2011 beschäftigt er sich kritisch mit den militarisierten Grenzkontrollen und der Migrationspolitik im Mittelmeerraum. Mit Hilfe eines großen Netzwerks aus weiteren Mitwirkenden fördert diese Forschung Material zutage, welches das Regime der Sichtbarkeit in diesem umkämpften Gebiet hinterfragt, und liefert Mittel im Kampf für Migrantenrechte und Freizügigkeit. Pezzani unterrichtet an der Bartlett School of Architecture, dem University College London (UCL) und am Goldsmiths. Seine Texte sind in verschiedenen Zeitschriften und Textsammlungen erschienen. Er ist zudem Mitglied der Gruppe Model Court und Mitbegründer des Projekts „WatchTheMed“. Pezzani ist Doktorand am Centre for Research Architecture am Goldsmiths, University of London.

Susan Schuppli ist Künstlerin und Autorin sowie Senior Research Fellow und Projektkoordinatorin bei Forensic Architecture. Vor ihrer Arbeit am Goldsmiths war sie Dozentin an der University of Western Ontario in Kanada. Sie promovierte 2009 am Centre for Cultural Studies und am Centre for Research Architecture, Goldsmiths. Nach Abschluss ihres M.F.A. an der University of California San Diego nahm sie teil am Whitney Independent Study Program. Ihre kreativen Projekte waren bereits in ganz Kanada, in den USA, Australien, Europa und Asien zu sehen. Zu den nächsten Ausstellungsorten gehören das Casino Luxembourg und das Stroom Den Haag. Texte von Susan Schuppli sind erschienen in Cabinet, Photoworks, Borderlands, Cosmos & History, Memory Studies sowie in Publikationen von Academia Press, Imprensa Nacional, Ciel Variable, Sternberg Press, Yale University Press und Cambridge Scholars Press. Sie ist Autorin des in Kürze erscheinenden Buches Material Witness: Forensic Media and the Production of Evidence (MIT Press, 2015), das zugleich Gegenstand eines experimentellen Dokumentarfilms ist.

Francesco Sebregondi ist Architekt und wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Forensic Architecture. In seiner Forschung geht er der Repräsentation räumlich verstreuter Prozesse, der Rolle der Architektur als Medium und den Randzonen moderner Städte nach. Von 2011 bis 2014 war er in der Verwaltung von Forensic Architecture tätig und aktiv an mehreren Forschungsprojekten beteiligt, darunter Living Death Camps, Drone Strikes und White Phosphorus (das von ihm geleitet wurde). 2013 entwickelte er auf der Grundlage von Datenmaterial, das von Cesare Romano und Karen Alter zusammengestellt wurde, eine Reihe von Karten und visuellen Darstellungen der Welt der internationalen Gerichtshöfe und Tribunale, die im The Oxford Handbook on International Adjudication (Oxford University Press, 2014) erschienen sind. 2011 veröffentlichte er die Streitschrift The Event of Void: Architecture and Politics in the Evacuated Heygate Estate.

Shela Sheikh ist Autorin und Redakteurin und wissenschaftliche Mitarbeiterin und Koordinatorin für die Publikationen des Projekts Forensic Architecture. Sie hat an der Fakultät für Geschichte am Goldsmiths, University of London promoviert. In ihrer an den Schnittstellen zwischen kontinentaler Philosophie, Literatur und den visuellen Künsten angesiedelten Forschung befasst sie sich vor allem mit Theorien zu Augenzeugenberichten sowie zum Dokumentarischen, zu Performativität, Theatralität, Medien, Souveränität, Politik und Ethik. In ihrer Doktorarbeit „,I am the martyr (x)‛: Philosophical Reflections of Testimony and Martyrdom“ analysierte sie das Phänomen der „Märtyrer-Videoberichte“ im Libanon der 1980er-Jahre anhand der poetisch-performativen Perspektive von Jacques Derrida. Sie hat in mehreren Textsammlungen und in Third Text online veröffentlicht. Seit 2005 hat sie Publikationen bei INIVA, The Hayward Gallery und dem Antony Gormley Studio (alle in London) betreut. Sie lehrt am Department of Visual Cultures, Goldsmiths.

Situ Research wurde 2005 in Brooklyn, New York, gegründet und hat seither ein einzigartig ausgestattetes Praxismodell zur Untersuchung einer großen Bandbreite an räumlichen Themen entwickelt, von der Kartierung und Visualisierung bis zu architektonischen Installationen in Originalgröße. Außerdem engagiert sich SITU Research verstärkt in interdisziplinären Gemeinschaftsprojekten. Diese Arbeit mit einer Vielzahl von Praktikern aus Bereichen jenseits des Designs, darunter Juristen, Aktivisten, Geologen, Paläontologen und Künstler, hat zu unerwarteten, aber spannenden Anwendungen architektonischer Mittel und Methoden in Projekten geführt, die sich auf Bereiche erstrecken, die weit über die herkömmlichen Grenzen der architektonischen Praxis hinausgehen. SITU Studio verfolgt diese Arbeit nicht nur, um neue, subtilere räumliche Probleme unter einer ganz anderen Zielsetzung zu erkunden, sondern vor allem, um neue Anwendungsfelder für die Rolle des Designers in Politik, Wissenschaft, Gesellschaft und Umwelt zu suchen.

Caroline Sturdy Colls ist Dozentin für Forensic Investigation und wissenschaftliche Leiterin am Centre of Archaeology der Staffordshire University sowie Research Fellow bei Forensic Architecture. Im Mittelpunkt ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit steht die Anwendung interdisziplinärer Ansätze in der Untersuchung von Landschaften des Holocaust und die Notwendigkeit einer Unterdisziplin für die Archäologie des Holocaust. Im Rahmen dieser Forschung führte sie erstmalig archäologische Untersuchungen des ehemaligen Konzentrationslagers Treblinka (Polen), der Schauplätze des Sklavenarbeitsprogramms in Alderney (brit. Kanalinseln) und des ehemaligen Juden- und Anhaltelagers Semlin (Belgrad, Serbien) durch. Zuletzt sorgte ihre Forschungsarbeit zum Vernichtungslager Treblinka nach der Ausstrahlung einer Channel 5-Fernsehdokumentation, Treblinka: Inside Hitler’s Secret Death Camp, und der BBC Radio 4-Dokumentation The Hidden Graves of the Holocaust für internationale Medienaufmerksamkeit. Caroline Sturdy Colls ist außerdem als forensische Archäologin tätig und Vollmitglied des UK Forensic Archaeology Expert Panel sowie Mitglied des britischen Institute For Archaeologists.

Territorial Agency wurde gegründet von John Palmesino und Ann-Sofi Rönnskog, beide Research Fellows bei Forensic Architecture. Territorial Agency ist eine unabhängige Organisation, die sich integrierten und nachhaltigen territorialen Transformationsprozessen widmet und dabei Analyse, zeitgenössische Architektur und Urbanismus, Interessensvertretung und Aktion verbindet. Zu ihren Projekten gehören Anthropocene Observatory, Museum of Infrastructural Unconscious, North, Unfinishable Markermeer, Kiruna und The Coast of Europe. Sie koordinieren die Diploma Unit 4 der Architectural Association in London, wo sie den AA Think Tank zu territorialen Transformationen ins Leben gerufen haben. Palmesino forscht für seine Dissertation am Centre for Research Architecture, Goldsmiths, wo er auch für den Masterstudiengang zuständig ist. Zuvor war er Research Advisor an der Jan van Eyck Academie (Maastricht) und leitete die Forschungsaktivitäten am ETH Zürich/Studio Basel – Contemporary City Institute. Er gehört zu den Mitbegründern von Multiplicity. Rönnskog war wissenschaftliche Mitarbeiterin am ETH Zürich/Studio Basel – Contemporary City Institute. Sie ist Research Fellow der AHO Oslo School of Architecture.

Paulo Tavares absolvierte ein Studium als Architekt und Stadtplaner in Brasilien und lebt derzeit in Quito und London, wo er u. a. wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Forensic Architecture ist. Tavares unterrichtet Architektur an der Universidad Católica de Ecuador – Facultad de Arquitectura, Diseño y Arte in Quito und war zuvor Dozent am Centre for Research Architecture und am Visual Lab des Masterstudiengangs in Contemporary Art Theory am Goldsmiths, University of London. Seine Texte wurden weltweit publiziert und seine Arbeiten in zahlreichen Institutionen gezeigt, darunter im Centre for Contemporary Arts in Glasgow, im Haus der Kulturen der Welt in Berlin, im Portikus in Frankfurt und auf der Taipeh Biennale. Derzeit arbeitet er im Rahmen seiner Promotion am Centre for Research Architecture, Goldsmiths University of London an einem Projekt zur Umweltpolitik in Amazonien.

Srdjan Jovanović Weiss lebt als Architekt in New York und ist Resarch Fellow bei Forensic Architecture. Er ist Hauptgründer von NAO (Normal Architecture Office) und Mitbegründer der School of Missing Studies. In Zusammenarbeit mit dem Fotografen Armin Linke schrieb Weiss das Buch Socialist Architecture: The Vanishing Act (JRP|Ringier, 2012), außerdem Almost Architecture (Merz & Solitude, 2006). Zu seinen Architekturprojekten gehören das von dem Künstler Ai Weiwei kuratierte Villa 62 Ordos in China, das für soziale Interaktion konzipierte Z-blocks und Hilltopia in Philadelphia, eine Vision zur Transformation leerer Stadtflächen in vertraute Landschaften durch die Aufschüttung von Hügeln. Er kuratierte folgende Projekte: „Lina Bo Bardi“ an der Columbia GSAPP, „Yona Friedman: About Cities“ im Drawing Center in New York und „Anne Tyng: Inhabiting Geometry“ im Institute for Contemporary Art in Philadelphia und in der Graham Foundation in Chicago. Weiss promovierte am Centre for Research Architecture am Goldsmiths, University of London über die Architektur der Balkanisierung und hat einen Master der Harvard GSD sowie der Universität Belgrad. Derzeit unterrichtet Weiss an den Universitäten von Columbia und Pennsylvania. Er arbeitete mit den Architekten Herzog & de Meuron, Richard Gluckman und den Künstlern Jenny Holzer, Robert Wilson und Marjetica Potrč zusammen.

Eyal Weizman ist Architekt, Professor für Spatial and Visual Cultures und Direktor des Centre for Research Architecture am Goldsmiths, University of London. Seit 2011 leitet er außerdem das Projekt Forensic Architecture. 2007 war er Mitbegründer des Architekturkollektivs DAAR (Decolonizing Architecture Art Residency) im palästinensischen Beit Sahour. Zu seinen Büchern gehören Mengele’s Skull: The Advent of a Forensic Aesthetics (Sternberg Press, 2012, mit Thomas Keenan), The Least of all Possible Evils: Humanitarian Violence from Arendt to Gaza (Nottetempo 2009; Verso, 2011), Hollow Land (Verso, 2007) und A Civilian Occupation (Verso, 2003). Er arbeitete weltweit mit einer Vielzahl von NGOs und war im Vorstand von B’Tselem. Eyal Weizman studierte Architektur an der Architectural Association in London und promovierte am Birkbeck College/London Consortium, University of London.

Ines Weizman ist Juniorprofessorin für Architekturtheorie an der Bauhaus-Universität Weimar und Dozentin an der London Metropolitan University. Sie studierte Architektur an der Bauhaus-Universität Weimar, der Ecole d’Architecture de Belleville in Paris, der Cambridge University und der Architectural Association, wo sie in Geschichte und Theorie promovierte. 2014 erscheint ihr Buch (hrs.) Architecture and the Paradox of Dissidence bei Routledge. Artikel von Ines Weizman sind in zahlreichen Büchern, Magazinen und Zeitschriften erschienen, darunter AA Files, Architecture & Culture (Bloomsbury, 2014), ADD METAPHYSICS, ARCH+, BEYOND, Displayer, Journal of Architectural Education (JAE), Perspecta, Volume, The Sage Handbook of Architectural Theory (Sage, 2012), StadtHeimaten (Jovis, 2012), Agency (Routledge, 2009), Urban Transformation (Ruby Press, 2008) und Dictionary of War (Merve Verlag, 2008). Ihre Installation „Repeat Yourself: Loos, Law and the Culture of the Copy“ wurde im Rahmen von „Museum of Copying“ (kuratiert von FAT Architects) im Arsenale anlässlich der Architekturbiennale Venedig 2012 sowie 2013 in Einzelausstellungen im Architekturzentrum Wien und in der Buell Architecture Gallery der Columbia University, New York, gezeigt.