Art Without Death: Russischer Kosmismus

Ausstellung

Anton Vidokle, Immortality and Resurrection for All!, 2017 | Filmstill | Courtesy the artist

Anton Vidokle, Immortality and Resurrection for All!, 2017 | Filmstill | Courtesy the artist

Iwan Kljun, Rotes Licht. Sphärische Komposition, 1923 | Greek State Museum of Contemporary Art – Costakis Collection, Thessaloniki

Iwan Kljun, Rotes Licht. Sphärische Komposition, 1923 | Greek State Museum of Contemporary Art – Costakis Collection, Thessaloniki

Anton Vidokle, Filmstill aus Immortality and Resurrection for All, 2017 | Courtesy the artist

Anton Vidokle, Filmstill aus Immortality and Resurrection for All, 2017 | Courtesy the artist

Anton Vidokle, Filmstill aus Immortality and Resurrection for All, 2017 | Courtesy the artist

Anton Vidokle, Filmstill aus Immortality and Resurrection for All, 2017 | Courtesy the artist

Die Ausstellung ergründet den Russischen Kosmismus – seine philosophischen, wissenschaftlichen und künstlerischen Konzepte und Ideen – und verknüpft dabei historisches Material mit zeitgenössischen Positionen.
In seinem dreiteiligen Filmprojekt Immortality for All! geht Anton Vidokle dem Einfluss des Kosmismus auf das zwanzigste Jahrhundert nach und verdeutlicht seine Relevanz auch für die Gegenwart. In Teil 1 spürt er den Ursprüngen des kosmistischen Denkens nach (This Is Cosmos, 2014), Teil 2 untersucht die Querverbindungen zwischen Kosmologie und Politik (The Communist Revolution Was Caused By The Sun, 2015) und in Teil 3 re-inszeniert er das Museum als einen Ort der Wiederauferstehung – eine zentrale kosmistische Idee (Immortality and Resurrection for All!, 2017). In seiner Überblendung von Essay, Dokumentation und Performance zitiert Vidokle die Schriften von Nikolai Fjodorow, Gründer des Kosmismus, sowie anderer Philosophen und Dichter. Die Kamera folgt den Spuren des kosmistischen Einflusses in den Relikten von Kunst, Architektur und Technik aus der Sowjetzeit und begibt sich dabei auf eine Reise, die von den Steppen Kasachstans bis in die Museen Moskaus führt. Musik von John Cale und Éliane Radigue begleitet diese eindrücklichen Bilder, die eine Sehnsucht nach spiritueller Verbundenheit, sozialer Gleichheit, materiellem Wandel und Unsterblichkeit als Zentrum des kosmistischen Denkens beschwören.
Cosmic Imagination: Künstler*innen der Russischen Avantgarde, kuratiert von Boris Groys, zeigt eine Auswahl von Werken der Russischen Avantgarde aus der Sammlung Costakis (Staatliches Museum für Zeitgenössische Kunst, Thessaloniki), der größten Sammlung der Russischen Avantgarde außerhalb Russlands. Die Inspiration dieser Arbeiten durch die Biopolitik der Unsterblichkeit und ein Leben im All wird vom kunstgeschichtlichen Kanon oft übersehen. Mit Arbeiten von Maria Ender, Xenia Ender, Iwan Kljun, Gustavs Klucis, Iwan Kudrjaschow, Solomon Nikritin, Kliment Redko, Alexander Rodtschenko, Olga Rosanova & Alexej Krutschonych und Wassilij Tschekrygin. Arseny Zhilyaevs raumgreifende futuristische Arbeit schließlich – funktionsfähige Bibliothek und Installation in einem – versammelt Schlüsselwerke kosmistischer Theorie, Wissenschaft, Lyrik und Fiktion aus Russland unter dem Licht ionisierender Lampen zur Verbesserung der Blutzirkulation, die auf einer Technologie des sowjetischen Biophysikers Alexander Chizhevsky basieren.