Still aus Safari Prop V3 von Decolonize This Place
Forensic Architecture, Investigative Commons, Ausstellungsansicht, © Miguel Brusch/HKW
Video: Sam Blair, Musik: Gunnar Óskarsson
Bildprojektion, Durch die Projektion von Bildern über den digitalen Raum in einem 3D-Modell können die Forscher*innen reale Entfernungen zwischen Objekten bestimmen., © Forensic Architecture, 2021
Satellitenbilder, Ausweitung der Palmölplantagen auf die Gebiete der Indigenen Dayak-Gemeinschaften., © Forensic Architecture, 2021
Spektogrammanalyse hörbarer Aufnahmen, © Forensic Architecture, 2021
Harness, 3D-Modell zur Rekonstruktion eines Metallgeschirrs, das zum Transport eines Kanisters verwendet wurde, der denen ähnelt, die zuvor mit Chlorgasangriffen in Syrien in Verbindung gebracht wurden., © Forensic Architecture, 2021
Flugbahnmodell, Ein Modell zur Beantwortung der Frage: Könnte Abu al-Qi'ans Auto von selbst auf israelische Polizist*innen zugerollt sein?, © Forensic Architecture, 2021
Modell des Internetcafés, in dem Halit Yozgat durch den NSU ermordet wurde, Rekonstruktion von Forensic Architecture im HKW 2017 , Foto: Vanina Vignal

2021/2022

Investigative Commons

Das Programm wird 2022 fortgesetzt.

Konferenz
09.10.2021

Ausstellung
09.06.–08.08.2021

Was kann die Zivilgesellschaft tun, wenn staatliche Institutionen in Verbrechen verstrickt sind? Reporter*innen, Künstler*innen, Aktivist*innen u. a. richten den Blick auf rassistische Polizeiarbeit, Grenzsysteme und Cyberüberwachung und widmen sich neuen investigativen Praktiken und Methoden kollektiver Wahrheitsfindung.

„Kontrafaktische“ Angriffe auf staatliche Institutionen und die Justiz durch neofaschistische Gruppen sind ein wesentliches Merkmal der heutigen Zeit. Reaktionen darauf sind oft ein Festhalten an diesen traditionellen Säulen der Macht und des Wissens. Was aber kann die Zivilgesellschaft tun, wenn eben diese Institutionen für Verbrechen, Staatsterrorismus und Vertuschungen verantwortlich sind und an zwei Fronten gleichzeitig gekämpft wird: für unabhängige Beweise und gegen institutionelles Wissen?

Investigative Commons begegnet dieser Krise, indem es die Entwicklung und den Einsatz „counter-forensischer“ Beweise für die Allgemeinheit nutzbar macht. Initiiert von Forensic Architecture, FORENSIS und dem European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR) zielt diese interdisziplinäre Kooperation darauf ab, staatliche und unternehmerische Gewalt aufzudecken. Dabei trifft das situierte Wissen von Gruppen an der Front politischer Kämpfe auf Methoden von Investigativreporter*innen, Whistleblower*innen, Aktivist*innen, Rechtsanwält*innen, Wissenschaftler*innen, Künstler*innen, Architekt*innen und Kulturschaffenden. Sie alle arbeiten an Fällen von gesellschaftlicher Dringlichkeit: Grenzsysteme, Cyberüberwachung, Umweltzerstörung und Kontinuitäten kolonialer Gewalt. Das HKW begleitet Investigative Commons über zwei Jahre mit Ausstellungen und Konferenzen. Wie wird neue Technologie und ästhetisches Empfinden in Zukunft die Auseinandersetzung mit der Welt prägen?