Sa, 26. Juni 2021

#Instituting: Workshops & öffentliches Programm

Foto: Kostas Tzimoulis

Foto: Kostas Tzimoulis

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Samstag, 26.06.

10–13.30h OESZ (Athen)
Workshop in Athen, mit Anmeldung
Institutionelle Räume „hacken“
Mit Constantina Theodorou in Zusammenarbeit mit CoHab Athens
Gast: Dimitra Siatitsa

Wie ließe sich der Status Quo ändern, wenn Infrastrukturen des Wohnens neuprogrammiert und deren Möglichkeiten ausgeschöpft würden? Wie können Prototypen und Neuerungen im Bereich der Gesetzgebung erschaffen werden, die zu einer massiven Umverteilung im Bereich Wohnen führen? Der Workshop erörtert Begriffe wie Legalität, Illegalität und Alegalität in Bezug auf städtischen Raum. Die Teilnehmenden denken Formen des „Instituting“ neu als eine Form von „Hacking“. Sie reflektieren über die Erforschung kreativer Hacks, etwa in existierenden gesetzlichen und städtischen Infrastrukturen, als urbane Formen des Widerstands. Los geht es mit einem Spaziergang durch Exarchia und zum Victoria Platz, eine stark umkämpfte städtische Gegend im Zentrum des krisengeschüttelten Athens. Diese Gegend ist deshalb paradigmatisch, weil sie, trotz ihres informellen Anscheins vollkommen legal entstanden ist, und zwar durch eine soziale Übereinkunft über die Auslegung von Planungsregulierungen. Anhand dessen werden auch andere Beispiele von Rückeroberungen städtischer Räume durch das Aneignen korporativer Methoden besprochen, etwa gemeinschaftliche Wohnexperimente zur Dekommodifizierung von Eigentum. Der zweite Teil findet im Goethe-Institut Athen statt. Mithilfe der partizipativen Forschungsmethoden von CoHab Athens entwerfen die Teilnehmenden hier Prototypen von institutionellem Hacking für Prozesse des Commoning (gemeinsames Wirken).

15–18h OESZ (Athen) / 14–17h MESZ (Berlin)
Workshop online & in Athen, mit Anmeldung
Auf Portugiesisch mit englischer Übersetzung
Sexarbeiter*innen-Institutionen gegen institutionalisierte Gewalt
Mit Associação das Prostitutas de Minas Gerais (APROSMIG) und melke

Wie lassen sich Institutionen gründen, wenn die Gesetzes-, Wirtschafts- und Kultursysteme gegen dich sind? Sex-, Kultur- und Kunstarbeiter*innen laden in diesem Workshop dazu ein, Gewohnheiten, Impulse und Gesten zu beobachten, die in kollektiven Prozessen zu Choreografien der Herabwürdigung und Abwertung führen (können). Ausgangspunkt des Workshops ist ein von Sexarbeiter*innen zur Anerkennung ihres Soziallebens gegründetes Museum. Er widmet sich den Hierarchien, der Kriminalisierung und den Ausgrenzungen, mit denen Sexarbeiter*innen konfrontiert sind. Die Teilnehmenden vollziehen den Gründungsprozess des Museums ¬nach, das als Vorschlag für ein Zusammenleben zwischen denen zu verstehen ist, die Sex verkaufen und jenen, die noch nie käuflichen Sex hatten. Die Teilnehmenden tauschen sie aus und können in einer anonymen Schreibübung Schamgefühle und Tabus überwinden und Themen und Ängste ansprechen. In einer Atmosphäre der Vielstimmigkeit und des aktiven Zuhörens improvisieren sie Formen eines lebbaren Lebens jenseits von Helfer*innensyndrom, Maßregelung, Narzissmus, Gleichgültigkeit, Auslöschung, geistiger Bevormundung und Kriminalisierung.

20h OESZ (Athen)
Instituting Otherwise
Diskussion mit Gigi Argyropoulou, Filipa César, Bernd Scherer, Adania Shibli, Savvy Contemporary

21.30h OESZ (Athen)
Filmpräsentation

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