Mikro-Symposium

Kreative Kreaturen

Sa 23.2.2013
16h
Eintritt frei

Mit Susane Heiter, Karl-Heinz Frommolt, David Rothenberg, Thomas Macho. Moderation: Holger Schulze
In englischer Sprache

Worin besteht die musikalische oder rein klangästhetische Qualität der Lautungen und Rufe, der Schreie und Geräusche verschiedener Tierarten? Warum wünschen sich Menschen so sehr, dass Tiere auch musizieren und komponieren, und was hören wir, wenn wir Musik in Tierlaute hineinhören – ähnliches, wie wenn wir einen Inselumriss in Wolkenformationen erkennen? Welche biologische und neurologische Grundlage – die mehr als nur eine anthropozentrische Hoffnung und Hypothese wäre – ließe sich tatsächlich finden für ein ästhetisch begründetes Musizieren der Tiere? Und schließlich: Was für eine Welt wäre es, in der Tiere niemals musizierten? Wäre die Musikkultur der Humanoiden dann nur ein freak of nature?



Teilnehmer:

Susanne Heiter studierte Musik an der Universität der Künste Berlin und Orgel am Wiener Konservatorium sowie Biologie an der Universität Wien und an der Berliner HU. Derzeit arbeitet sie an der UdK Berlin an ihrer Promotion zum Thema „Animalische Klänge? Über die Grenzen zwischen Natur und Kultur in der Musik nach 1950“, in welcher sie die Funktion von aus der Tierwelt gewonnenem Material in zeitgenössischen Kompositionen untersucht.


Karl-Heinz Frommolt betreut seit 1987 das bioakustische Archiv, das seit den 50er Jahren über 100.000 Brunftgesänge, Warnschreie, Piepstöne und andere Laute gesammelt und archiviert hat. Frommolt studierte in Moldawien und Russland und promovierte zum Thema „Lautaktivität des Wolfes“. In den letzten Jahren richtet sich seine Forschungsarbeit auf bioakustisches Naturschutz-Monitoring, bei dem er mit innovativen Methoden die Veränderungen von Tierwelten in Feuchtgebieten untersucht.


Seit 1993 ist Thomas Macho Professor für Kulturgeschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin, wo er das interdisziplinäre Hermann von Helmholtz-Zentrum für Kulturtechnik mitbegründete. Von 2006 bis 2008 war er Dekan der Philosophischen Fakultät III, 2008 bis 2009 Senior Fellow am Internationalen Kolleg für Kulturtechnikforschung und Medienphilosophie an der Bauhaus-Universität Weimar, 2009 bis 2011 Direktor des Instituts für Kulturwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin. Schon das Thema seiner Dissertation war „Zur Dialektik des musikalischen Kunstwerks“ und zu seinen Publikationen zählen Tiere – Menschen – Maschinen. Zur Kritik der Anthropologie (2013) und Das zeremonielle Tier. Rituale – Feste – Zeiten zwischen den Zeiten (2004).


David Rothenberg ist Musiker, Komponist, Autor und Professor für Philosophie und Musik am New Jersey Institute of Technology. Sein Buch “Why Birds Sing?” (2005) über das Musizieren mit Vögeln wurde von BBC verfilmt. In „Thousand Mile Song“ (2008) beschäftigt er sich mit Walklängen, und 2011 erschien „Survival of the Beautiful: Art, Science, and Evolution“. Als Musiker hat Rothenberg bereits mit Jan Bang, Scanner, Glen Velez, Karl Berger, Peter Gabriel, Ray Phiri gearbeitet. Zuletzt erschien 2010 „Dark Night I Left My Silent House“ gemeinsam mit der Pianistin Marilyn Crispell.


Der Komparatist und Kulturwissenschaftler Holger Schulze ist Gründer und Leiter des „Sound Studies Lab“ sowie Gründungsmitglied der European Sound Studies Association.Er gibt die Buchreihe „Sound Studies” heraus, ist Mitherausgeber der internationalen Zeitschrift für Historische Anthropologie „Paragrana“ und schreibt für verschiedene Zeitschriften und Rundfunksender.Holger Schulze ist Gastprofessor am Institut für Kulturwissenschaft der Berliner HU, forscht am Nordic Research Network for Sound Studies sowie am Exzellenzcluster Bild Wissen Gestaltung und hat an der Universtität der Künste Berlin den Masterstudiengang „Sound Studies” mitbegründet. Zu seinen Publikationen zählen u.a. „Sound Studies“ (2008), „Intimität und Medialität. Tektonik der Medien“ (2012) und „Gespür – Empfindung – Kleine Wahrnehmungen. Klanganthropologische Studien“ (2012).

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